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Schnäppchenjagd im Ex-Abt: Peek & Cloppenburg haucht der Hirschstraße neues Leben ein

Ulm

Schnäppchenjagd in der Fußgängerzone: Peek & Cloppenburg haucht Ex-Abt in Ulm neues Leben ein

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    Der neue Pop-Up-Sale von Peek &Cloppenburg im ehemaligen Abt hat eröffnet.
    Der neue Pop-Up-Sale von Peek &Cloppenburg im ehemaligen Abt hat eröffnet. Foto: Alexander Kaya

    Am Donnerstag um 9.30 Uhr war es so weit: Exakt 207 Tage, nachdem mit dem Ulmer Traditionsgeschäft Abt in der Ulmer Hirschstraße eine 146 Jahre alte Handelsgeschichte schloss, ist wieder Leben in der Hirschstraße 10 – zumindest vorübergehend auf zwei Stockwerken.

    Viel investiert hat der vorübergehende Nachmieter nicht in die Räumlichkeiten. Viele grelle Schilder und Aufsteller in Gelb, Blau mit einer Art Pink machen unmissverständlich darauf aufmerksam, dass hier eine Zielgruppe angesprochen wird, die auf günstige Preise aus ist.

    Blick in das Treppenhaus. Die oberen Stockwerke stehen leer.
    Blick in das Treppenhaus. Die oberen Stockwerke stehen leer. Foto: Alexander Kaya

    Aus Düsseldorf ist Sophie Gülterds gekommen, um das Konzept zu erklären. Sie verantwortet deutschlandweit das Outlet-Geschäft. Im Erdgeschoss finden Frauen und Männer Kleidungsstücke aus sämtlichen Peek&Cloppenburg-Filialen. Von „Ladenhütern“ will Gülterds nicht sprechen. Vielmehr seien es Waren, die nicht mehr aus den aktuellen Kollektionen stammen. Nur durch das Zusammentragen aus vielen Filialen sei es etwa möglich, viele Größen von Produkten anzubieten, die in den normalen Filialen ein Dasein als Einzelstück fristen. Es werde keine Ware zugekauft.

    Der neue Pop-Up-Sale von Peek und Cloppenburg. Rechts die Filialleiterin Anja Zarko, links der Regionalleiter Frederik Fenster.
    Der neue Pop-Up-Sale von Peek und Cloppenburg. Rechts die Filialleiterin Anja Zarko, links der Regionalleiter Frederik Fenster. Foto: Alexander Kaya

    Der Name „Pop-up-Sale“ beinhaltet auf Englisch das vorübergehende Konzept. Von Dauer ist das Geschäft also nicht. „Wir müssen schauen, wie die Nachfrage ist.“ Sicher sei aber, dass mindestens bis Weihnachten geöffnet ist. Die Kundschaft der ersten Stunde, so erzählt Gülterds, sei eine Familie gewesen, die extra aus der weiteren Region angereist war, pünktlich um 9.30 Uhr vor der Tür stand und sich komplett für eine Hochzeit ausgestattet hat.

    Auch der Besitzer der Immobilie, der Chef der Ulmer Drogeriemarktkette Erwin Müller, wird auf die Nachfrage für das Gebäude achten. Die beiden oberen Stockwerke sind derzeit ungenutzt. Wenn der Milliardär Angebote bekommt, die eine dauerhafte Nutzung der früheren 4.400 Quadratmeter Verkaufsfläche garantieren, ist P&C sicherlich schneller wieder draußen, als wenn das Interesse mau sein sollte. Die Düsseldorfer nutzen derzeit nur etwa 1.000 Quadratmeter reine Verkaufsfläche. Gemietet hat P&C das Untergeschoss, das Erdgeschoss sowie den ersten Stock. Wie Müller im Früjahr bei der Bekanntgabe der Pläne betonte, sei es der Firma bewusst, welche Bedeutung Abt über viele Jahre hinweg für die Ulmer Innenstadt hatte. „Umso wichtiger war es uns, nach der Schließung zügig eine Lösung zu finden, die das Gebäude nicht dem Leerstand überlässt, sondern weiterhin für Frequenz und Lebendigkeit sorgt.“

    20 Jobs in Ulm bei „Pop-Up-Sale“

    20 Menschen arbeiten derzeit im Ex-Abt – eine Mischung aus dem bestehenden Team in der P&C-Filiale in der Bahnhofstraße sowie aus Stuttgart und auch eine ungenannte Zahl an Neueinstellungen. Doch die Rekrutierung sei noch nicht abgeschlossen.

    Eine Kannibalisierung zwischen dem neuen Billig-Laden und dem etablierten P&C in der Bahnhofstraße befürchtet sie nicht. „Wir haben Erfahrung aus anderen Standorten.“ Fünf solche Läden betreiben die Düsseldorfer derzeit deutschlandweit, und die Kundschaft sei im „Pop-up-Sale“ eine ganz andere, so die Erkenntnis. Der deutlich preisbewusstere Kunde werde hier erwartet. Diejenigen, die ein „Einkaufserlebnis“ erwarten, zieht es in die Bahnhofstraße. Wobei sie betont, dass auch die Schnäppchenjagd ein Erlebnis sein kann.

    Schon wieder ein Billig-Laden in Ulm? Citymanagerin Sandra Walter will sich nicht beklagen: „Wir begrüßen die Eröffnung des P&C Outlets. Damit wird ein wichtiger Standort wieder belebt und die Innenstadt um ein weiteres Angebot ergänzt. Die Verbindung von hochwertigen Produkten und preisbewusstem Einkauf kann insbesondere in der aktuellen wirtschaftlichen Lage einen positiven Beitrag zur Attraktivität des Standorts leisten.“

    Der neue Pop-Up-Sale von Peek & Cloppenburg. Ein „Off-Price“-Geschäft, also mit verbilligter Ware.
    Der neue Pop-Up-Sale von Peek & Cloppenburg. Ein „Off-Price“-Geschäft, also mit verbilligter Ware. Foto: Alexander Kaya

    P&C in Ulm wurde zu „Midstad“

    Gekommen sei das P&C-Outlet auch nach Ulm, weil Peek & Cloppenburg in der Bahnhofstraße gut funktioniere. „Die Ulmer Fußgängerzone wird sehr gut angenommen“, sagt Gülterds. Die Leerstände seien nicht mehr als in vergleichbaren Lagen. „Wir sind super-zufrieden.“ Peek & Cloppenburg musste im März 2023 Insolvenz anmelden, sanierte sich aber in Eigenverwaltung. Das Schutzschirmverfahren ist längst beendet.

    Für viele Millionen Euro wurde das P&C-Gebäude in der Bahnhofstraße drei Jahre lang umgebaut und 2024 wiedereröffnet – mit einem Nutzungskonzept namens „Midstad“, das Handel und Büros auf insgesamt sieben Geschossen in Einklang bringt. Etwas Ähnliches schwebt Erwin Müller für das Ex-Abt-Gebäude sicherlich auch vor. Denn dass in Zukunft wieder auf vier Stockwerken reiner Handel unterkommt, gilt als ausgeschlossen.

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