FV Illertissen

09.07.2019

Er geht gerne voran

Nach dem Abschied von mehreren starken Spielern müssen beim FV Illertissen die erfahrenen Leute wie Moritz Nebel (links mit Torhüter Kevin Schmidt) Verantwortung übernehmen.
Bild: Horst Hörger

Jetzt kommt es auf erfahrene Spieler wie Moritz Nebel an. Der hat einige Erinnerungen an den ersten Gegner Memmingen – angenehme und weniger angenehme

Erinnern Sie sich noch an das zweite Spiel der Saison 2017/18, Herr Nebel? Ein Tipp: Sie standen damals ziemlich im Mittelpunkt.

Der Tipp wäre nicht nötig gewesen. Ich erinnere mich noch sehr genau. Wir haben gegen Memmingen gespielt, ich habe das 1:0 geschossen und dann wurde ich schon in der ersten Halbzeit mit Gelb-rot vom Feld geschickt. Den Rest der Partie habe ich so ähnlich erlebt wie Cristiano Ronaldo das EM-Finale zwischen Portugal und Frankreich 2016. Ich bin halt draußen gesessen, habe die Mannschaft angefeuert und die Daumen gedrückt. Im Gegensatz zu Ronaldo habe ich mich aber aus dem Coaching rausgehalten. Es hat ja trotzdem geholfen. Wir haben 1:0 gewonnen, genau so wie Portugal gegen Frankreich.

Am Donnerstag spielt der FV Illertissen zur Saisoneröffnung in der bayerischen Regionalliga wieder gegen den FC Memmingen. Wie würde Ihnen eine Blaupause des Spiels von 2017 gefallen?

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Wenn ich ein Tor schieße und wir 1:0 gewinnen, dann unterschreibe ich das. Gelb-rot brauche ich nicht unbedingt noch einmal.

Das Vöhlinstadion wird am Donnerstag vermutlich gut gefüllt sein. Freuen Sie sich darauf?

Der FV Illertissen wird vom Zuschauer-Zuspruch bekanntlich nicht verwöhnt. Wir freuen uns deswegen immer besonders, wenn viele Leute kommen. Ich glaube auch, dass es sich für die Zuschauer am Donnerstag lohnt: Das ist ein Derby zwischen zwei interessanten Mannschaften und es wird ziemlich zur Sache gehen. Außerdem wird von der Kreisliga bis zur Bundesliga ja nirgendwo sonst schon gespielt. Wer Fußball schauen will, der muss also zu uns kommen.

Die Krönung in Sachen Atmosphäre war ja vermutlich das Spiel gegen 1860 München im Frühjahr des vergangenen Jahres?

Ein Spiel gegen 1860 München vor 5000 Zuschauern wird aber sicher ein einmaliges Erlebnis bleiben. Es sei denn, die Löwen steigen wieder aus der dritten Liga ab.

Was trauen Sie der Mannschaft des FV Illertissen in der neuen Saison zu?

Man braucht nicht drum herum zu reden: Wir haben ein paar gute Spieler verloren. Der FV Illertissen hat einen starken Nachwuchs, aber es kann natürlich ein bisschen dauern, bis der sich ans Regionalliga-Niveau gewöhnt hat. Dabei müssen wir erfahrenen Spieler helfen. Ich denke dabei an Stanislaus Herzel, Sebastian Enderle, Marco Hahn, Manuel Strahler und natürlich an mich selbst. Dazu sind wir gerne bereit, und deswegen gehe ich davon aus, dass der FV Illertissen doch wieder eine gute Saison spielen wird.

Apropos Erfahrung: Sie selbst haben ja sogar ins Profi-Geschäft reingeschnuppert ...

Ich hatte tatsächlich in meiner Zeit beim FC Augsburg als A-Jugendlicher und junger Aktiver fünf Einsätze in der Zweiten Bundesliga. Ich erinnere mich noch an mein Debüt gegen Cottbus und an das aus meiner Sicht perfekte Spiel: Der FC Augsburg gewinnt 3:0 in Oberhausen, ich stehe 90 Minuten lang auf dem Platz und am Ende dieser Saison steigt der FCA in die Bundesliga auf.

Warum haben Sie anschließend nicht die Profi-Laufbahn eingeschlagen, sondern haben sich zum Wechsel in die Regionalliga entschieden?

Ich habe selbst gemerkt, dass es für die Erste oder Zweite Bundesliga nicht ganz reicht. Dritte Liga wollte ich nicht spielen, da konzentriere ich mich lieber auf mein BWL-Studium und jetzt auf meinen Beruf als Analyst bei einer Unternehmensberatung. Aber diese Erfahrungen aus dem Profibereich nimmt mir niemand mehr und die sind mir auch sehr wichtig: Diese hohe Professionalität, die Arbeit von Trainern wie Jos Luhukay oder Markus Weinzierl.

Ein Tipp für das Spiel FV Illertissen gegen FC Memmingen bitte!

Der FV Illertissen gewinnt mit 2:1. Interview: Pit Meier

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