Startseite
Icon Pfeil nach unten
Neu-Ulm
Icon Pfeil nach unten
Lokalsport
Icon Pfeil nach unten
Ulm
Icon Pfeil nach unten

SSV Ulm 1846: Ulmer Spatzen stellen heute Insolvenzantrag

SSV Ulm 1846

Ulmer Spatzen stellen heute Insolvenzantrag

  • |
  • |
  • |
    Interessiert verfolgten gestern Abend die Mitglieder des SSV Ulm 1846 Fußball die Ausführungen von Dietmar Voss als Mitglied des Notvorstandes vom Verein zur finanziellen Lage. Mitunter ging es danach recht hoch her.
    Interessiert verfolgten gestern Abend die Mitglieder des SSV Ulm 1846 Fußball die Ausführungen von Dietmar Voss als Mitglied des Notvorstandes vom Verein zur finanziellen Lage. Mitunter ging es danach recht hoch her. Foto: Alexander kaya

    Der SSV Ulm 1846 Fußball ist – wieder einmal – am Boden. Nachdem sich auch gestern Abend bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung wie erwartet kein Geldgeber gemeldet hat und auch niemand für das Amt des Präsidenten kandidiert hat, wird der Notvorstand mit Elke Strauß, Dietmar Voss und Kai Krätschmer noch bis Ende des Monats im Amt bleiben und heute den Insolvenzantrag stellen.

    Über 200 Mitglieder waren zur Versammlung in die Jahnhalle gekommen, darunter auch der frühere Vizepräsident Georg Unbehaun, die Spieler mit ihrem Trainer Oliver Unsöld und dessen zeitweiliger Kompagnon in diesem Amt Herbert Zanker. In der später sehr lebhaften Versammlung, in der es mitunter sogar mit Zwischenrufen, Beifall und Missfallenskundgebungen recht hoch her ging, klärte Dietmar Voss vom Notvorstand die Vereinsmitglieder zunächst über die finanzielle Situation auf, wie er dies schon am Montag bei der Sponsorenversammlung getan hatte. Zu allen schlechten Zahlen, die er zu bieten hatte, musste er anfügen, dass es jetzt auch noch eine Kontenpfändung gegeben habe, so dass der SSV 46 Fußball keinen Zugriff mehr auf diese habe. Womit ein Insolvenzantrag eigentlich unausweichlich wurde. Da dieser jetzt gestellt wird, bekommen die Spieler, die über zwei Monate kein Gehalt mehr erhalten haben, zumindest ihr Insolvenzgeld, wie Voss betonte. Er teilte auch mit: „Manch ein Spieler sagt, er habe schon nichts mehr zu essen.“

    Vorwürfe in Richtung Sauter, aber auch in Richtung Unbehaun

    Zu der recht ausführlichen Darstellung der finanziellen Misere mit insgesamt 420 000 Euro Schulden gab es einige Fragen, vor allem aber die bekannten Vorwürfe – auch oder gerade von Georg Unbehaun – in Richtung Paul Sauter, aber auch von Mitgliedern und alten Netzwerkern in Richtung Unbehaun selbst. Während Sauter insbesondere in der Saison 2012/2013 alle Warnungen in den Wind geschlagen und sogar noch im Winter Spieler verpflichtet habe, obwohl sich das finanzielle Desaster klar abzeichnete, wurde Unbehaun vorgeworfen, er habe als Vizepräsident, der für die Finanzen zuständig ist, seinen Job nicht richtig gemacht, bei seinem Rücktritt ein eigenes Darlehen in Höhe von 5000 Euro sofort auf sein Konto zurückgebucht und Sponsoren aufgefordert, Präsident Paul Sauter, der inzwischen auch zurückgetreten ist, kein Geld anzuvertrauen. Letzteres konnte er gestern nicht entkräften, während er für alle anderen Vorgänge im Verein nach eigenen Worten komplette Belege hat.

    Angeregt wurde, dass die Ulmer Basketballer, denen die SSV-Fußballer früher geholfen hätten, nun eben diesen als Gegenleistung helfen sollen. Ein Kontaktversuch habe es bereits gegeben, ein Rückruf sei jedoch nicht erfolgt. Auch sonst sei kein Geldgeber in Sicht.

    Nachdem der Deutsche Meister und Pokalsieger FC Bayern München bereits ein Freundschaftsspiel gegen Ulm in Aussicht gestellt hatte, will nun auch Bundesligist FC Augsburg helfen. Zunächst muss aber die Insolvenz über die Bühne gehen, wobei Dietmar Voss hofft, dass die Spatzen in der kommenden Saison in der Oberliga antreten können.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden