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Holzschwang: Waldemar Altvater vom ASV Neu-Ulm ist der stärkste Mann der Welt

Holzschwang

Waldemar Altvater vom ASV Neu-Ulm ist der stärkste Mann der Welt

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    Waldemar Altvater stemmt seit 30 Jahren dreimal pro Woche Gewichte. Geschadet hat ihm dieses gewaltige Pensum nicht – ganz im Gegenteil. Foto: Stefan Kümmritz
    Waldemar Altvater stemmt seit 30 Jahren dreimal pro Woche Gewichte. Geschadet hat ihm dieses gewaltige Pensum nicht – ganz im Gegenteil. Foto: Stefan Kümmritz Foto: Stefan Kuemmritz

    Wenn ein 65-Jähriger so schlank, drahtig und fit ist wie Waldemar Altvater, dann betreibt er sicher viel Sport. Das tut Altvater tatsächlich und außerdem überaus erfolgreich. Der Gewichtheber, seit April 1994 Mitglied im ASV Neu-Ulm, ist kürzlich im polnischen Wieliczka bei Krakau in seiner Gewichts- und Altersklasse Weltmeister geworden. Im Reißen hat er 80 Kilogramm zur Hochstrecke gebracht und im Stoßen 102, gesamt also 183. Damit lag er um acht Kilogramm vor dem Zweitplatzierten Franzosen und um 40 vor dem Dritten aus Bulgarien. Mit dem deutschen Team wurde Altvater außerdem Dritter.

    Dabei hat der im kleinen Ort Ugolki in Kasachstan geborene deutschstämmige Altvater, der 1993 mit seiner Frau Helene und drei Kindern nach Deutschland kam und nun schon lange in Holzschwang lebt, erst relativ spät mit dem Gewichtheben angefangen. „Ich wollte zunächst Arbeit finden und mich gut integrieren“, erzählt Altvater, der früher Volleyball ganz gerne mochte: „Ich ging eigentlich nur in einen Verein, um mich fit zu halten, und kam zum ASV Neu-Ulm.“ Nachdem er auf Anhieb 80 Kilogramm zur Hochstrecke gebracht hatte, blieb er dabei. Nach nur fünf Monaten im Verein nahm er am ersten Wettkampf teil, der schwäbischen Meisterschaft in Kaufbeuren. Mit 70 Kilogramm im Reißen und 105 im Stoßen belegte er auf Anhieb einen vorderen Platz. Der heute 65-Jährige steigerte sich in der Folge immer weiter bis zu seinen Bestleistungen von 102,5 Kilogramm im Stoßen und 127,5 im Reißen, aufgestellt am 19. Februar 2000 bei einem Landesliga-Wettkampf in Schrobenhausen. Das belegt sein Wettkampfbuch, das er gerne bei sich trägt.

    Waldemar Altvater ist Weltmeister

    Derart schwere Lasten stemmt Altvater inzwischen nicht mehr, aber in seiner Alters- und Gewichtsklasse ist er der Beste der Welt. Das belegen auch zwei Europameistertitel sowie zahlreiche deutsche Meisterschaften. Trotzdem ist der gelernte Lkw-Mechaniker, der immer noch in Teilzeit bei einem Neu-Ulmer Unternehmen arbeitet, weil er Spaß daran hat, sehr bescheiden geblieben. „Ich habe mich über meinen WM-Sieg schon gefreut“, sagt er: „Aber was der Erfolg bedeutet, ist mir erst klar geworden, als mir dauernd Leute gratulierten. Die haben sich für mich gefreut und wenn sich andere freuen, dann freue ich mich auch.“

    Bei der Europameisterschaft dieses Jahr in Irland war Waldemar Altvater nicht dabei: „Aber auf die EM in Norwegen und die WM in Schweden im nächsten Jahr habe ich schon Lust.“ Dabei muss der starke Mann aus Holzschwang diese Reisen im Prinzip selbst finanzieren. Das akzeptiert er: „Gewichtheben ist mein Hobby und Spaß kann man nicht kaufen.“

    Vielleicht begleitet ihn dann wieder seine Frau, die auch in Polen dabei war und einer seiner Söhne, der für ihn oft den Dolmetscher macht. Ehrgeiz hat Altvater noch reichlich: „Der Europarekord im Reißen in meiner Klasse steht bei 90 Kilogramm. Den möchte ich verbessern. Da ich nur noch in Teilzeit arbeite, habe ich ja mehr Zeit zum Trainieren.“

    Sein Alter ist für ihn dabei kein Hindernis: „Ein Vereinskamerad hat erst als 60-Jähriger mit dem Gewichtheben angefangen und ich kenne 80-Jährige, die diesen Sport noch betreiben.“ Auf der Frage, ob denn dieser Sport nicht ungesund sei, lacht Waldemar Altvater: „Ich trainiere seit fast 30 Jahren drei Mal die Woche und hatte noch nie eine echte Verletzung. Ich bin total fit. Ich empfehle jedem diese Sportart.“ Wer ihm dabei zuschaut, im Trainingsraum in Offenhausen mal eben so 100 Kilogramm in die Höhe wuchtet, der glaubt ihm aufs Wort. 

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