Die Hatz auf Rollen und zwischen Slalomstangen, oder kurz: Inline alpin. Früher wurde dieser Sport unter der Leitung von Bernd Zörlein höchst erfolgreich vom DAV Neu-Ulm betrieben, der Verein formte Weltmeister und Weltcup-Gesamtsieger. Nachdem sich die Neu-Ulmer Ende des Jahres 2021 vom Bayerischen Rollsport- und Inline-Verband abgemeldet haben, hat der SC Vöhringen die Nachfolge angetreten. Nun steht für den SCV ein echter Höhepunkt ins Haus, denn er richtet am Wochenende 4./5. Juli erstmals ein Weltcuprennen aus. „Falk-Teuber-Weltcup 2026“ heißt die Veranstaltung, benannt nach dem früheren SCV-Abteilungsleiter Falk Teuber, der im vergangenen Jahr gestorben ist. Um Siege und Weltcuppunkte geht es dann für die Läuferinnen und Läufer, darunter auch die vom SC Vöhringen, auf der steilen Kreisstraße von Hausen nach Gerlenhofen. Also auf derselben Strecke, auf der auch der DAV Neu-Ulm schon Weltcuprennen ausgerichtet hat.
Mehrere Fahrerinnen und Fahrer des DAV Neu-Ulm waren zu ihrer aktiven Zeit absolute Weltspitze. Zu ihnen gehörten Ann-Krystina Wanzke, Marina Seitz, Manuel Zörlein und Sebastian Schwab. Sie sammelten zuhauf Titel bei Welt- und Europameisterschaften, im Weltcup und bei nationalen Meisterschaften. Und sie haben ihren Sport, der ursprünglich als Sommertraining für die Skiläufer diente, in der Region absolut populär gemacht. Umso schmerzhafter war das Aus im Jahr 2021. Aber Bernd Zörlein sah damals keine Chance mehr, Inline alpin auf höchster Ebene weiter betreiben zu lassen. Er lag im Clinch mit dem Verband, der mit neu aufgestellten Kriterien den Neu-Ulmer Weltklasseläuferinnen und -läufern einen Platz im Nationalteam verwehrte.
Beim DAV Neu-Ulm hatte man voll auf den Spitzensport gesetzt, was schon vor dem Aus dazu führte, dass mehrere Nachwuchsfahrerinnen und -fahrer zum SC Vöhringen wechselten, bei dem dieser Sport seit 2018 betrieben wird. Und dies inzwischen mit ebenfalls viel Erfolg. Inzwischen ist der SC Vöhringen in Deutschland der erfolgreichste Verein, wozu vor allem Nikola Yousefian, Sinah Rogel, Laura Neff, Vanessa Rogel, aber auch Tim Prestele, Jonas Neff und das Top-Nachwuchstalent Jannis Knirsch beigetragen haben. Nikola Yousefian beispielsweise war in der U18 schon Welt- und Europameisterin, Sinah Rogel wurde im vergangenen Jahr Team-Europameisterin.
An den beiden Veranstaltungstagen werden Weltcuprennen im Slalom und Riesenslalom ausgetragen, dazu in beiden Disziplinen sowie im Geschicklichkeitsfahren Nachwuchsrennen. Insgesamt werden rund 200 Sportlerinnen und Sportler aus zehn Nationen ewartet. „Wir werden beim Heimweltcup alle unsere Läuferinnen und Läufer an den Start schicken“, verspricht der Vöhringer Abteilungsleiter Hans-Peter Neff. Er war mit seinen Kindern ebenso wie die Rogel-Schwestern und Nikola Yousefian vom DAV Neu-Ulm zum SCV gewechselt, als klar war, dass es für sie in Neu-Ulm nicht geordnet weitergehen würde.
Was in Vöhringen aufgebaut wurde, das kann sich absolut sehen lassen und das macht Neff schon ein wenig stolz. „Einige von uns können bei unseren Weltcuprennen sehr gute Platzierungen erreichen“, ist er sich sicher: „Das hängt vor allem von der Tagesform ab. Aber auch die äußeren Bedingungen können eine Rolle spielen.“
Wobei die aktiven Teilnehmerinnen und Teilnehmer in ihrem Rennen die selben Bedingungen vorfinden sollen. Wenn es regnet, dann wird unterbrochen und gewartet, bis es wieder trocken ist. Fairness spielt in diesem Sport eine große Rolle. Das sollen auch die vielen Zuschauerinnen und Zuschauer spüren, die erwartet werden.
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