Streik bei Bus & Straßenbahn in Ulm am 13. und 14. April
Ulm
„Vollkommen unverständlich“: SWU kritisieren erneuten Nahverkehr-Streik in Ulm zum Schulstart
Wer nach den Ferien in Ulm mit Bus und Straßenbahn fahren will, muss Geduld mitbringen. Die Gewerkschaft Verdi ruft SWU-Beschäftigte zum erneuten Warnstreik auf. Welche Linien betroffen sind.
Erneuter Streik bei Bus und Straßenbahn in Ulm: Der Nahverkehr soll zum Schulstart nach den Osterferien „weitestgehend ausfallen“.Foto: Alexander Kaya (Archivbild)
Nach dem verkaufsoffenen Sonntag trifft es jetzt den Schulstart nach den Osterferien: Verdi ruft am kommenden Montag und Dienstag, 13. und 14. April, zu einem zweitägigen Warnstreik bei der SWU mobil auf. Die Gewerkschaft rechnet damit, dass der Fahrdienst an beiden Tagen in Ulm und Umgebung wie bereits am ersten Warnstreiktag am verkaufsoffenen Sonntag am 29. März „weitestgehend ausfällt“.
Auch betroffen vom Warnstreik jetzt zum Schulstart sei die SWU Verkehr, deren Fahrerinnen und Fahrer „zum Solidaritätsstreik aufgerufen“ sind. Andere Gesellschaften der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU) seien nicht betroffen, heißt es in einer Verdi-Mitteilung am Mittwochabend.
Welche SWU-Linien in Ulm und Neu-Ulm vom erneuten Streik betroffen sind
Ein SWU-Sprecher konnte am Donnerstag noch keine genauen Angaben zum Ausmaß der Ausfälle machen. Mittlerweile gehen auch die Stadtwerke von „erheblichen Einschränkungen“ aus: „Auf den Linien 1, 2, 4, 5, 7, 10 (nur einzelne morgendliche Verstärker), 11, 15 (nur morgendliche Verstärker) und E kommt es zu Fahrtausfällen.“ Alle nicht genannten Linien werden von Subunternehmen gefahren und seien daher nicht beeinträchtigt, teilt der SWU-Sprecher weiter mit. Es werde versucht, den Fahrtbetrieb „im Rahmen der Möglichkeiten punktuell aufrechtzuerhalten“. Der Hauptfokus werde dabei auf die beiden Straßenbahnlinien gerichtet.
Gewerkschaft Verdi will mit erneutem Nahverkehr-Streik in Ulm nach mehr Druck ausüben
Die Gewerkschaft will mit dem erneuten Streik den Druck auf den Arbeitgeber vor der zweiten Verhandlungsrunde am 16. April deutlich erhöhen. „Wir bedauern sehr, dass nächste Woche auch die Kundinnen und Kunden belastet werden müssen für ein selbstverständliches Anliegen: Gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit im gleichen Konzern. Deshalb rufen wir auch die Fahrerinnen und Fahrer der SWU zum Solidaritätsstreik auf“, wird Verdi-Verhandlungsführerin Friederike DeCoite zitiert.
Die Gewerkschaft fordert nach eigenen Angaben in der laufenden Tarifrunde eine Fahrdienstzulage von 13 Prozent, fünf Prozent Nahverkehrszuschlag sowie eine Lehrfahrerzulage von zehn Euro, um eine Angleichung der Gehälter im Konzern zu erreichen.
SWU-Geschäftsführer kritisierte Vorgehen der Gewerkschaft zum Nahverkehr-Streik
Die Arbeitgeberseite habe laut Verdi in der ersten Verhandlungsrunde kein Angebot gemacht und lediglich mitgeteilt, dass sie keinen Bedarf für die geforderten Zulagen sieht und allenfalls über die Lehrfahrerzulage reden würde. Die Friedenspflicht endete am 28. Februar 2026.
Ralf Gummersbach, Geschäftsführer der SWU mobil GmbH, hatte schon zum ersten Streiktag die Vorgehensweise von Verdi kritisiert. Auch zum zweiten Warnstreik bezieht er nun Stellung: „Es ist aus unserer Sicht vollkommen unverständlich, warum noch vor der zweiten Verhandlungsrunde ein zweiter Warnstreik zum Schulbeginn nach den Ferien und gleichzeitig zum Beginn des Sommersemesters angekündigt wird. Zuletzt versprach Verdi noch den Schul- und Studentenverkehr nicht beeinträchtigen zu wollen. Diese Aussage hat sich nun offensichtlich geändert, ohne dass weiterverhandelt wurde.“
Die Position der SWU bleibe hingegen „unverändert“. Forderungen von 18 Prozent mehr Lohn seien in der aktuellen wirtschaftlichen Situation „weder realistisch noch verhältnismäßig“, so Gummersbach. „Selbstverständlich stehen wir zum Termin zur zweiten Verhandlungsrunde und sind offen für ein konstruktives Gespräch.“
Viel los trotz Warnstreiks: Bilder vom verkaufsoffenen Sonntag
Im Nahverkehr wird gestreikt, dennoch lockt der verkaufsoffene Sonntag Tausende Besucherinnen und Besucher in die Ulmer Innenstadt.
Gummersbach hatte anlässlich des ersten Warnstreiks darauf hingewiesen, dass die Löhne in den vergangenen Jahren bereits deutlich gestiegen seien und den Mitarbeitenden im Fahrdienst schon heute sowohl beim Einkommen als auch bei den Arbeitsbedingungen ein Niveau angeboten werde, „das im Landes- und Bundesvergleich zur Spitze gehört“.
Betroffen sind nach Angaben der Gewerkschaft 173 Beschäftigte bei der SWU mobil, einer hundertprozentigen Tochter der kommunalen Stadtwerke Ulm, sowie 60 Beschäftigte bei der SWU Verkehr.
Streik bei Bus und Straßenbahn in Ulm: Folgende Fahrten finden statt
Die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm haben am Freitagnachmittag die Fahrpläne für Montag, 13. April, unter Berücksichtigung der streikbedingten Ausfälle mitgeteilt. Die folgenden Angaben sind ohne Garantie. Es kann beispielsweise aufgrund kurzfristiger Krankmeldungen zu weiteren Ausfällen kommen. Fahrgäste werden gebeten, weitere Informationen im Internet unter echtzeit.swu.de in Erfahrung zu bringen.
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