Checker Tobi ist eine Figur, die fast jedes Kind kennt: Checker Tobi – im wirklichen Leben Tobias Krell – erklärt Kindern auf KiKA die Welt. In Ulm ist Checker Tobi noch bis Samstag – diesmal, um zum ersten Mal überhaupt Kurzfilme für ein Museum zu drehen. Im künftigen Museum "Die Einsteins" am Weinhof werden insgesamt acht Checker-Tobi-Videos zu sehen sein, mit denen sich Kinder und auch Erwachsene den Einstieg in die Themenbereiche des Museums erklären lassen können.
Gedreht wird in Ulm allerdings nicht im künftigen Museum, das im kommenden Jahr eröffnet wird, sondern in der Rosebottel Bar in der Zeitblomstraße, wo in einem dunkleren Hinterzimmer mit Stofftapete der Arbeitsplatz Albert Einsteins nachempfunden wurde. Zahlreiche Requisiten wurden aus dem Theater entliehen. In jenem Zimmer entstehen die Videos, die auf auch für Kinder verständliche Weise Hintergrundwissen erklären wollen zu schwierigen Themen.
Kurzfilme beschäftigen sich mit Antisemitismus und der Shoa
Ein Kurzfilm soll die Familie Einstein selbst näherbringen, andere Filme liefern Wissen zum aufkommenden Antisemitismus der 1920er-Jahre, zur Entfremdung im Zusammenleben zwischen jüdischen und nicht jüdischen Ulmerinnen und Ulmern und zur Shoa. Natürlich geht es auch um die Erschütterung des damaligen Weltbildes, die Einsteins Erkenntnisse zur Folge hatten. Ein Video will versuchen, kindgemäß die Versuche der Aufarbeitung des Nationalsozialismus – im Rahmen der Nürnberger Prozesse und des Ulmer Einsatzgruppenprozesses – zu erklären, ein anderes Video wird Museumsbesuchern zeigen, wo sich in Ulm noch Einstein-Spuren finden.
Ob die Checker-Tobi-Filme eines Tages auch außerhalb des Museums zu sehen sein werden, ist noch offen. "Es ist angestrebt", erklärt die Historikerin Sabine Presuhn, die seit 1. Oktober Chefin des entstehenden Museums ist. Denkbar ist, dass sie auf Youtube oder anderen Social-Media-Plattformen gezeigt werden. Allerdings kann noch niemand vorhersagen, ob das möglich werden wird, denn dafür sind zunächst rechtliche Fragen zu klären.