Die Zinglerbrücke wird womöglich bald für sämtliche Fahrzeuge gesperrt – für dreieinhalb Monate. Schon Ende Februar hatte die Stadt davor gewarnt, dass dieser Schritt anstehen könnte. Nun hat das Risiko noch weiter zugenommen. Allein am Dienstag überquerten 15 Fahrzeuge verbotenerweise die Straßenbrücke.
"Wenn wir das in den nächsten Tagen nicht in den Griff bekommen, bleibt uns nichts anderes übrig", sagte Baubürgermeister Tim von Winning im Bauausschuss. Die Stadt hat bereits eine Ampel und einen Anhänger mit blinkenden Lichtern aufgestellt. Zudem machen Sicherheitsleute der Firma SHS Fahrerinnen und Fahrer auf das Verbot aufmerksam. "Die Leute fahren durch, obwohl die Ampel auf Rot steht und der SHS-Mensch hinterherrennt", berichtet Baubürgermeister Tim von Winning. Die Polizei stehe nicht dauerhaft parat, die Stadt dürfe nicht in den fließenden Verkehr eingreifen. Man zeige alle an, die das Verbot missachten, doch die dann fälligen Strafzahlungen seien nicht besonders hoch. Hoch sind aber die Schäden, die drohen: möglich sei ein zweistelliger Millionenbetrag, sagte der Baubürgermeister. Die Brücke wird gerade saniert.
Zinglerbrücke in Ulm wird womöglich bald voll gesperrt
Die Fachleute der Stadtverwaltung hatten schon zuvor für eine komplette Sperrung plädiert, doch von Winning fürchtet "relevante Einschränkungen" für den Verkehr in der Stadt. Doch dem letzten Versuch mit Betonstellwänden gibt die Stadt nur wenige Tage Zeit. Schon bei der halbseitigen Sperrung der Gänstorbrücke über die Donau waren die Erfahrungen mit uneinsichtigen Kraftfahrerinnen und Kraftfahrern schlecht. Die Stadt installierte immer aufwendigere Hürden, um das marode Bauwerk zu schützen. Betonstellwände sind auch an einer Zufahrt zu Wallstraßenbrücke im Einsatz, die ebenfalls in schlechtem Zustand ist.