Am Universitären Herzzentrum Ulm ist erstmals erfolgreich eine neuartige Therapie zur Behandlung lebensbedrohlicher Herzrhythmusstörungen angewendet worden. Der sogenannte extravaskuläre implantierbare Kardioverter-Defibrillator (EV-ICD) erweitert das Spektrum moderner Herzschrittmacher- und Defibrillatortherapien am Standort. Möglich wurde dieser Erfolg durch die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit von Kardiologie und Herzchirurgie.
Der plötzliche Herztod zählt zu den schwerwiegendsten kardiologischen Notfällen. Ursache sind häufig lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen wie Kammerflimmern. Für Risikopatienten stellt die Therapie mit implantierbaren Herzgeräten seit Jahren einen zentralen Baustein dar. Die Geräte können die Gefahr erkennen und im Ernstfall durch gezielte elektrische Impulse Leben retten.
Revolution an der Uni Ulm
Mit dem EV-ICD steht nun eine neue Option zur Verfügung. Das Besondere: Die Sonde wird unterhalb des Brustbeins, jedoch außerhalb der Blutgefäße und des Herzens implantiert. Damit verbindet das Verfahren die Sicherheit eines Defibrillators mit einem Zugang, der ohne Drähte im Herzen auskommt. Insbesondere bei jüngeren Patienten sinkt dadurch das Risiko für Langzeitkomplikationen wie Infektionen oder Sondenbrüche.
Begleitet und umgesetzt wurde das Verfahren durch die Oberärzte Dr. Johannes Mörike, Dr. Carlo Bothner (Kardiologie) und Dr. Christian Liewald (Herzchirurgie) gemeinsam mit ihren Teams im Hybrid-OP.
Die Etablierung des Verfahrens erweitert das Angebot in Ulm erheblich. Das Herzzentrum deckt damit das gesamte Spektrum moderner Implantate ab – von klassischen Schrittmachern bis hin zu sondenlosen Systemen. Als medizinisches Leuchtturmprojekt unterstreicht der Eingriff die Rolle der Ulmer Universitätsmedizin für die Versorgung von Herzpatienten in der gesamten Region. (AZ)
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