Vor rund einem Monat hat ein Mann mehrere Menschen im Ulmer Media Markt mit einem Messer verletzt. Einen von ihnen schwer. Bislang galt der Zustand des 25-Jährigen als kritisch, nun schwebt er wohl nicht mehr in Lebensgefahr.
Polizei stoppt flüchtigen Messerangreifer im Ulmer Media Markt
Wie die Staatsanwaltschaft auf Nachfrage unserer Redaktion bestätigte, gehe es dem Opfer besser. „Der Geschädigte konnte nun auch vernommen werden. Zum Inhalt seiner Angaben können derzeit aber keine Angaben gemacht werden“, so Michael Bischofberger, Sprecher der Staatsanwaltschaft Ulm. Die Ermittlungen in dem Fall würden allerdings noch andauern.
Der 29-jährige mutmaßliche Täter habe von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch gemacht. Am 14. Januar soll der Eritreer zur Mittagszeit mit einem Messer auf mehrere Angestellte des Elektronikmarktes in der Blaubeurer Straße losgegangen sein. Dabei wurde neben dem 25-Jährigen auch ein 22 Jahre alter Mitarbeiter sowie eine 35-jährige Kollegin, die zu Hilfe eilte, leicht verletzt. Warum der Mann die Beschäftigten attackierte, ist bislang unklar. Es soll sich wohl um eine wahllose Tat gehandelt haben.
Messerangreifer sitzt in Ulm weiter in Untersuchungshaft
Auf der Flucht schoss die Polizei auf den Mann und verletzte ihn schwer. Er erlitt einen Bauchschuss. Nach Angaben der Polizei sollen sich die Beamten durch das Messer bedroht gefühlt haben. Der Mann habe sich geweigert, die Waffe fallen zu lassen. Derzeit sitzt er in Untersuchungshaft beziehungsweise befindet er sich weiterhin in einem Gefängniskrankenhaus. Eigentlich sei er laut Behörden ausreisepflichtig gewesen. Eritrea kommt seiner Verpflichtung aber nicht nach, eigene Staatsbürger zurückzunehmen. Abschiebungen in das Land sind damit nicht möglich.
Bereits in der Vergangenheit sei der Mann wegen Gewaltdelikten aufgefallen. Er verbüßte von 2020 bis 2024 eine Haftstrafe. Seit seiner ersten Haftstrafe musste er auf Anordnung regelmäßig Alkohol- und Drogenkontrollen durchführen lassen. Im dritten und vierten Quartal des Jahres 2024 kam er dieser Aufforderung nicht nach. Darum musste er von Juli bis Dezember 2025 erneut ins Gefängnis. Inwiefern das mit der Tat im Media Markt zu tun hat, lässt die Staatsanwaltschaft derzeit unbeantwortet. Nach derzeitigem Stand geht die Anklagebehörde von Schuldfähigkeit aus. (mit dpa)
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