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Ulm: Ulmer Schriftsteller Manfred Eichhorn ist tot

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Ulmer Schriftsteller Manfred Eichhorn ist tot

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    KUL- Wolfgang Eichhorn
Manfred Eichhorn, Buchvorstellung, Krimi, Autor, Schriftsteller, Ein Haiku für die Leiche
    KUL- Wolfgang Eichhorn Manfred Eichhorn, Buchvorstellung, Krimi, Autor, Schriftsteller, Ein Haiku für die Leiche Foto: Dagmar Hub

    Sein erstes eigenes Buch brachte er 1974 mit dem Gedichtband Illusion der Gräser heraus. Seither veröffentlichte er neben Theaterstücken, häufig in schwäbischer Mundart, verlegt vom Deutschen Theaterverlag, Romane, Erzählungen, Märchen und Lyrik. 

    Manfred Eichhorn erfand Kommissar Lott

    Nun ist Eichhorn gestorben. „Draußa ischs donkel/jemand klopft/an mei Herz“, zitiert ihn die Traueranzeige. Anstoß für seine zwischen 2002 und 2004 erschienenen Bände Hennadäpper, Die Zukunft war schön und Kaffee, mein Leben war Manfred Eichhorns eigene Kindheitsgeschichte. Zuletzt erweiterte er seine Palette um Regionalkrimis, darunter die von 2008 bis 2020 entstandenen sechs Bände um den schwäbischen Kommissar Lott, der seine Karriere im Neuen Bau in Ulm begann. 

    Geschrieben hat Eichhorn „eigentlich schon immer“ wie er vor zwei Jahren noch unserer Redaktion selbst sagte, – von seinem ersten, als Schüler verfassten Text existieren allerdings nur noch ein paar Zeilen, und auf seinen ersten Roman hatte dem 16 Jahre jungen Autor sogar der Verleger Siegfried Unseld einen freundlichen Kommentar geschrieben; veröffentlicht wurde der am Stil des jungen Peter Handke orientierte Text aber nie.

    Buchhandlung Eichhorn in Ulm war Kult

    Die große Faszination „Buch“ ließ Manfred Eichhorn eine Buchhändlerlehre machen, 1973 zusammen mit seiner Frau seine erste Buchhandlung eröffnen – und schreiben: Regionalkrimis und Romane entstanden, Theaterstücke, Lyrik und Kinderbücher. 1986 erhielt Eichhorn den Erzählerpreis des Bertelsmann Buchclubs. Fünf ältere Geschwister gab es – darunter der Ulmer Stadtrat und Turngau-Ehrenpräsident Reinhold Eichhorn. 

    Von der Buchhandlung Eichhorn in der Herrenkellergasse, in der Autoren wie Martin Walser, Günter Wallraff und Alice Schwarzer zu Gast waren und die das Ehepaar zum Jahresende 2013 aufgab, sprach Eichhorn immer mit leiser Wehmut. Sie war in Ulm Kult gewesen, Anlaufpunkt an linker und zeitgenössischer Literatur Orientierter, doch der Online-Handel machte das Leben für Buchhandlungen schwierig. (AZ)

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