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Ulm wählt grün: Warum nach der Landtagswahl vier Ulmer in Stuttgart mitmischen

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Ulm wählt grün: Warum jetzt vier Ulmer in der Landeshauptstadt mitmischen

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    Die Ulmerin Lena Schwelling war hautnah dabei, als Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir seinen Wahlsieg feierte (links). In Ulm verfolgten die Kandidaten Mario Schneider (CDU) und Michael Joukov (Grüne) die Ergebnisse im Rathaus. Am Ende beglückwünschte Joukov den CDU-Kandidaten zum Gewinn des Direktmandats.
    Die Ulmerin Lena Schwelling war hautnah dabei, als Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir seinen Wahlsieg feierte (links). In Ulm verfolgten die Kandidaten Mario Schneider (CDU) und Michael Joukov (Grüne) die Ergebnisse im Rathaus. Am Ende beglückwünschte Joukov den CDU-Kandidaten zum Gewinn des Direktmandats. Foto: Dominik Prandl (Collage)

    Knapp 85.200 Wähler haben im Wahlkreis Ulm von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht. Welche Erkenntnisse lassen sich aus dem Ergebnis der Landtagswahl vor Ort ziehen?

    Vor allem zeigt sich: Der Wahlkreis Ulm, bestehend aus der Stadt Ulm und umliegenden Gemeinden des Alb-Donau-Kreises, bleibt grün. 36,7 Prozent der Zweitstimmen gingen an die Grünen (2021: 36,5 %) – insgesamt sogar knapp 3500 Stimmen mehr als bei der vergangenen Landtagswahl. In der Stadt Ulm holen die Grünen satte 41 Prozent der Stimmen (2021: 38,3 %). Auf dem Land stellt sich die Situation anders dar: In Illerrieden etwa erreicht die Ökopartei 20,6 Prozent. Zweitstärkste Kraft im Wahlkreis ist die CDU mit 28,5 Prozent – ein Plus von 5,6 Prozent im Vergleich zu 2021.

    Die Ulmer haben taktisch klug ihre Stimmen verteilt

    Erstmals konnten die Wähler zwei Stimmen abgeben: eine für den Direktkandidaten, eine für die Partei. Bei den Kandidaten hat Mario Schneider von der CDU das Rennen gemacht. Mit diesem Ergebnis haben die Wähler sichergestellt, dass der Wahlkreis Ulm in der Landeshauptstadt zukünftig von drei Abgeordneten vertreten wird: Denn Michael Joukov (Grüne) und Daniel Rottmann (AfD) schaffen den Sprung in den Landtag über die Landesliste ihrer Partei. Mario Schneider war auf keiner Liste vertreten – für ihn ging es daher um alles oder nichts: Nur der Wahlsieg konnte ihm den Weg nach Stuttgart ebnen. Zuletzt war Ulm durch Michael Joukov und Martin Rivoir (SPD) im Landtag vertreten.

    Noch eine Ulmerin mischt in Stuttgart mit. Als Baden-Württembergs Wahlgewinner Cem Özdemir am Sonntagabend vor die Kameras trat, war sie direkt hinter ihm im Bild zu sehen: die Ulmer Stadträtin Lena Schwelling, die zugleich Landesvorsitzende der Grünen ist. „Das war ein spannender und ganz besonderer Abend in Stuttgart“, sagt sie und fügt hinzu: „Alle Versuche, die Grünen als Volkspartei abzuschreiben, waren verfrüht.“ Nun gehe es darum, gemeinsam mit der CDU eine stabile Regierung zu formen. „Als Landesvorsitzende bin ich selbstverständlich Teil der grünen Hauptverhandlungsgruppe.“

    Ein bitterer Abend war es für die FDP – landesweit, aber auch im Wahlkreis Ulm. Lediglich 3 beziehungsweise 3,3 Prozent der Erst- und Zweitstimmen gingen rund um die Donaustadt an die Liberalen – nur gut 2700 Menschen wählten hier die FDP (2021: 7,8 %). „Das ist schon bitter“, sagt die Ulmer FDP-Kandidatin Anke Hillmann-Richter über das Abschneiden der Liberalen. Sie glaubt, dass wegen des Kopf-an-Kopf-Rennens zwischen CDU und Grünen einige potenzielle FDP-Wähler ihre Stimme der CDU gegeben haben. Mit dem eigenen Angebot habe man die Wähler nicht genug überzeugen können. Jetzt gelte es, sich innerparteilich auf Landesebene neu aufzustellen.

    Die AfD konnte ihr Ergebnis im Wahlkreis Ulm verdoppeln

    Die AfD hat ihr Ergebnis im Wahlkreis Ulm im Vergleich zur Wahl 2021 verdoppelt: Mehr als 14 Prozent wählten die Partei und ihren Kandidaten Daniel Rottmann. Insgesamt entschieden sich so mehr als 12.000 Wähler für die AfD. In der Ulmer Stadtmitte kommt die AfD nur auf gut 7 Prozent der Stimmen, in Wiblingen hingegen auf 23,5 Prozent – genauso wie in Dietenheim. Die Menschen hätten sich wegen der wirtschaftlichen Situation, der Energiepreise und des Verbrenners Sorgen gemacht, schildert Rottmann seine Eindrücke vom Wahlkampf. Er glaubt, dass seine Partei zudem davon profitieren konnte, dass Wählen erstmals schon ab 16 Jahren möglich war.

    Die größten Verluste gab es für die SPD: Sie fällt von 13,1 auf 5,5 Prozent – auch in der Stadt Ulm reicht es nur für 5,9 Prozent. Die Linke erreicht 4,9 Prozent. Insgesamt standen 21 Parteien auf dem Wahlzettel – die kleineren Parteien erreichten zusammen 6,7 Prozent. Unter ihnen schnitten die Freien Wähler (1,7 %), BSW (1,3 %) und die Tierschutzpartei (1,2 %) am besten ab.

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