Ulmer Hochzeitstag 2024: Die Trends rund um die Heirat
Ulm
Ulmer Hochzeitstag: Das sind die Trends rund um die Heirat
Der 32. Ulmer Hochzeitstag lockte mit 99 Ausstellern und kreativen Ideen zahlreiche Brautpaare und deren Eltern, Geschwister und Freunde.
Von Dagmar Hub|16.01.24 - aktualisiert:
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Hochzeitsaussteller verkaufen in Ulm Träume, und die sind gerade auch in schwierigeren Zeiten glitzernder und glamouröser als in den vergangenen Jahren.Foto: Dagmar Hub
Viel Publikum und etliche Gewinnspiele für die künftigen Brautpaare, Walking Acts statt großer Show zur Mittagszeit, Brautmode teilweise auch ganz neu gedacht – und auch Sorgen bei sich präsentierenden Gaststätten. So war der Ulmer Hochzeitstag.
Hochzeitsaussteller verkaufen Träume, und die sind gerade auch in schwierigeren Zeiten und nach dem Ende der Corona-Beschränkungen glitzernder und glamouröser als in den vergangenen Jahren: Hochzeitstag-Veranstalterin Ulrike Mandt stellt einen deutlichen Trend gerade bei den Brautkleidern fest hin zum Pompöseren, wenngleich die Brautmode so unterschiedliche Braut-Sehnsüchte ansprechen kann wie selten.
Hochzeitsaussteller verkaufen Träume, und die sind gerade auch in schwierigeren Zeiten glitzernder und glamouröser als in den vergangenen Jahren.
Neben Kleidern, die häufig eine Schleppe haben und üppig mit 3D-Blüten oder Perlen bestickt sind, findet die Braut, die das ganz Andere sucht, Auswahl: Kleider und Schleppen mit fröhlich-bunten Frühjahrs- und Sommerblüten auf dem Elfenbein oder Weiß des Stoffes, der weiße Hosenanzug, dessen Ärmel wie Schleier bis fast zum Boden fallen, und – das totale „Zurück zu den Anfängen“ – das schwarze Brautkleid wie einst um die Wende vom 19. um 20. Jahrhundert, als bürgerliche Bräute meist im schwarzen Festkleid heirateten, das auch danach wieder getragen werden konnte.
Messe in Ulm: Das "große Schwarze" ist bei der Heirat noch die Ausnahme
Das „große Schwarze“ ist derzeit noch die Ausnahme, sagt Ulrike Mandt – aber überregionale Schauen zeigen, dass die Braut gerade damit für Furore sorgen kann. Die präsentierten Anzüge für den Bräutigam passen sich farblich meist perfekt dem Brautkleid an – und gerade, wenn farbige Blüten oder Rosétöne das Kleid zum Hingucker machen, kann der angehende Ehemann des Jahres 2024 – oder 2025, denn unter den jungen Paaren waren auch solche, die er im kommenden Jahr heiraten wollen – aus der Farbpalette zwischen Erika- und Auberginetönen wählen. Das neue Konzept von Ulrike Mandt: Keine Shows zu festen Uhrzeiten, bei denen sich das Publikum in der Vergangenheit dicht drängte, sondern ganztägig Models in Brautkleidern und Hochzeitsanzügen, die sich auf einer kleinen Bühne und zwischen dem Publikum bewegten.
Das Besondere zeigen die Ausstellenden beim Ulmer Hochzeitstag
Das ganz Besondere zeigten auch Aussteller wie die Holzschwanger Konditormeisterin Anna Bäcker, die ihr Geschäft „Süße Schachtel“ nennt und mit einer Hochzeitstorte punkten konnte, die wie eine Druse mit Edelsteinen aussieht. Einen halben Tag habe sie allein an der Deko gearbeitet, die smaragdgrünen „Edelsteine“ aus Kandiszucker in der mit ganz dunklem Fondant überzogenen Torte einzeln gefärbt. Auch „Dandelion“ (englisch für „Löwenzahn“) – die beiden Illertisser Hochzeitsfotografen Theres und Andreas Schuhmacher – überzeugen mit einem jungen, frischen Konzept: Bei Hochzeitsbildern sind Paare oft zumindest zu Beginn angespannt. Auf den "Dandelion"-Bildern mit wuschelköpfigen Alpakas aber wirken die Brautpaare locker und entspannt aus. Theres und Andreas Schuhmacher fotografieren gern in der Natur und mit Tieren.
Ulm: Oberelchinger Klosterbräustuben und Klostergasthofs Roggenburg sind dabei
Auf dem Ulmer Hochzeitstag neu zu finden: Zahnärzte fürs strahlende Weiß der Zähne, das Angebot von Hyaluron und Botox und ein ungewöhnliches Gewinnspiel: Wer sich – beim Hochzeitstag oder in den darauffolgenden Tagen – für eine freie Trauung in der Obstabteilung des Nersinger Edeka-Ladens bewirbt, kann ein Komplettpaket Hochzeit in Höhe von 7000 Euro gewinnen. Allerdings am 29. Februar stattfinden.
Sorgen äußerten Anbieter von Hochzeits-Locations, die reichlich vertreten waren. Claudia Baumeister von den Oberelchinger Klosterbräustuben beobachtet eine insgesamt abnehmende Zahl von Hochzeiten. „Und die Hochzeiten werden kleiner!“ Schleppend laufe es nach Corona wieder an, sagt sie, gerade angesichts der zu erwartenden Erhöhung der Mehrwertsteuer für die Gastronomie. „Die Leute sind einfach vorsichtig.“ Auch am Stand des Klostergasthofs Roggenburg sprechen die Aussteller davon, dass gerade das Thema größerer Feiern nach den Jahren der Beschränkungen wieder aufgebaut werden muss.