Die Ulmer Volkshochschule wird 80 Jahre alt. Das feiert sie am Freitag, 24. April, genau am Jubiläumstag der Gründung, mit der Vernissage der Ausstellung „Wirkung – 80 Jahre Vh Ulm“. Beginn ist um 18 Uhr im zweiten Stock des Einstein-Hauses.
Auf der Suche nach einem Namen für die Ausstellung gab es „eine Fülle von Ideen“, sagt Florian Arnold, der die literarischen Texte für den Anlass verfasst hat. Bei den Überlegungen fiel ständig das Wort „Wir“, weshalb man sich schließlich auf den Begriff „Wirkung“ geeinigt habe. Er betone das Gemeinsame und mache den entscheidenden Faktor der Volkshochschule sichtbar: das „Wir“.
Passend sei er zudem, weil die Volkshochschule im Leben vieler Menschen in Ulm eine Wirkung entfaltet: „In irgendeinem Moment in deinem Leben willst du irgendwas verändern und dann gehst du zur Vh“, sagt Leiter Christoph Hantel.
Vh-Ausstellung zum Jubiläum: Geschichte wird mit Gegenwart verbunden
In der Ausstellung gibt es verschiedene Tafeln, die eine Auswahl wichtiger Personen für die Volkshochschule abbilden, die für verschiedene Aspekte der Volkshochschule stehen. Es werden etwa Eindrücke des Mitgründers und Designers Otl Aicher und auch von aktuellen Mitarbeitern exemplarisch abgebildet.
Dafür hat das Team mit vielen Menschen, die mit der Vh in Verbindung stehen, gesprochen. Leiter Christoph Hantel ist froh, dass die Nachfragen überwiegend positiv aufgenommen wurden. Die meisten Menschen berichteten gerne von ihren Erlebnissen rund um die Volkshochschule, und es „hat Spaß gemacht“, diese Geschichten zu sammeln.
Die Ausstellung verknüpft durch Texte, Audiobeiträge und Fotos Vergangenheit und Gegenwart. Auch die Gedankenwelt bereits verstorbener Zeitzeugen wird in literarisch nachempfundenen Stimmen erfahrbar.
Ingrid Hassler ist eine der vorgestellten Menschen. Sie bekommt als Mitarbeiterin im Kundenservice die Fülle der verschiedenen Kurse der Volkshochschule mit. Regelmäßig telefoniert sie mit Interessenten, die beispielsweise auf irgendeiner Sprache nach einem Deutschkurs fragen oder Yoga machen möchten.
Auch die Besonderheit der „Akademien“ der Vh, etwa der Frauenakademie, wird anhand von repräsentativen Personen vorgestellt. Eine weitere Tafel widmet sich Organisationen, die ihre Wurzel in der Volkshochschule haben, aber inzwischen „losgelassen“ wurden, beispielsweise ‚Engagiert in Ulm‘. „Hier ist einiges ausgebrütet worden“, sagt Hantel.
Die Ausstellung blickt mit Originalstelen aus dem Jahr 1956, auf denen das Programm von damals abgedruckt ist, zurück und mit einem KI-generierten Kind aus der Zukunft nach vorn. Daneben steht, was sich die Volkshochschule für das Jahr 2050 wünscht.
Ausstellung in der Vh Ulm: Gründerin Inge Aicher-Scholl am Telefon
Die Ausstellung bietet auch einige interaktive Elemente: So können sich Besucher beispielsweise verschiedene Botschaften auf Retro-Telefonen anhören: unter anderem Wünsche von den Oberbürgermeistern aus Ulm und Neu-Ulm, sowie einen O-Ton von Hauptgründerin Inge Aicher-Scholl. Bei einem weiteren Telefon kann man auch selbst Wünsche an die Vh hineinsprechen.
Auf einer noch weißen Tafel dürfen Klebezettel mit Ideen für künftige Kurse fixiert werden, außerdem kann man angeben, womit man die Volkshochschule verbindet.
Ausstellungsdauer ist bis Ende Juli. Von der Leitung der Vh werden in der Zeit zwei kostenlose Führungen angeboten. Am 12. Juni um 18 Uhr findet dann die große Jubiläumsfeier im Kornhaus statt, nachdem aufgrund der Coronakrise der 75. Geburtstag leider ins Wasser fallen musste.
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