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Trotz Pannen und Dauerregen: Zwei Schwestern radeln von Ulm nach Athen

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Trotz Pannen und Dauerregen: Zwei Schwestern radeln von Ulm nach Athen

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    Die beiden Schwestern Sophia und Agnes Zender fuhren mit dem Fahrrad von Ulm nach Athen.
    Die beiden Schwestern Sophia und Agnes Zender fuhren mit dem Fahrrad von Ulm nach Athen. Foto: Sammlung Zender

    Einfach vor der Haustür losfahren – und erst Monate später am Mittelmeer ankommen: Für Agnes und Sophie Zender wurde dieser Gedanke vergangenen Herbst Realität. Die beiden Schwestern radelten von Ulm nach Athen. Am Dienstag, 10. Februar, berichten sie im Naturmuseum Ulm von ihrer Reise – von Gastfreundschaft, Regentagen und überraschenden Begegnungen.

    Osteuropäische Länder kannten die Schwestern kaum – also ging dort die Reise hin

    Der Entschluss zur großen Tour fiel nicht von heute auf morgen. „Wir hatten relativ viele Menschen in unserem Umfeld, die solche Reisen schon einmal gemacht hatten“, erzählt Agnes Zender. Eine Freundin war etwa längere Zeit in Norwegen unterwegs. Für die Schwestern stand bald fest: wenn schon, dann richtig – und direkt von zu Hause aus.

    Drei grobe Richtungen hätten zur Wahl gestanden, Spanien, Italien oder Griechenland. „Osteuropäische Länder kannten wir kaum, daher haben wir uns für diese Route nach Athen entschieden“, sagt Zender.

    Nach dem Studium war für die Reise der beiden Frauen ein guter Zeitpunkt

    Der Zeitpunkt im Herbst war für die beiden Schwestern optimal. Agnes hatte ihr Studium für Biologie und Mathematik auf Lehramt abgeschlossen, Sophie stand zwischen Bachelor und Master in Theologie und Geografie. „Wir hatten etwa drei Monate frei – später hätten wir dafür vermutlich nie mehr einen festen Zeitraum gefunden“, sagt Agnes.

    Mitte September ging es los, Mitte Dezember kamen sie in Griechenland an. Gefahren sind sie ausschließlich mit Trekkingrädern, ohne E-Bike. „Mit Motor wären wir auch einfach unflexibler und ständig auf eine Steckdose angewiesen“, erklärt Zender.

    Trotz Pannen und platten Reifen: Abbrechen war nie eine Option

    Leicht war die Reise nicht immer. Besonders gegen Ende wurde es hart: „Kurz vor der Grenze Albanien–Griechenland hat es zwei Wochen lang fast durchgehend geregnet“, erinnert sich Zender. In einem Tal war der Weg schließlich überschwemmt – die Schwestern mussten umkehren und einen Umweg fahren. „Da hatten wir wirklich keine Lust mehr.“ Auch Pannen und platte Reifen gehörten zur Reise.

    Abbrechen wollten sie trotzdem nie. „Wir haben erstaunlich wenig gestritten“, sagt Zender und lacht. „Wir sind gut im Streiten – und noch besser im Wieder-Vertragen.“ Was sie dagegen öfter mal aus der Ruhe brachte, waren Hütehunde. In Südosteuropa seien viele Schaf- und Ziegenherden unterwegs gewesen. „Die Hunde sind extrem territorial, kommen sehr nah, bellen laut – das war schon unangenehm“, erzählt Agnes.

    Die Gastfreundschaft in den südlichen Ländern war sehr groß

    Unvergesslich blieben aber vor allem die besonderen Begegnungen. Bei starkem Regen übernachteten die Schwestern einmal in einer Hütte – am Morgen saß ein Skorpion direkt neben der Isomatte. An anderer Stelle beobachteten sie Flamingos in freier Wildbahn. Meistens zelteten sie, oft in Gärten von Leuten, denen sie unterwegs begegnet waren.

    „Die Gastfreundschaft war unglaublich groß“, sagt Zender. Viele Kontakte hielten bis heute, aus Athen verschickten sie noch Postkarten an ihre Reisebekanntschaften. Auch andere Radreisende trafen sie immer wieder zufällig erneut.

    Die Reise hat die beiden Schwestern verändert: offener und hilfsbereiter sind sie geworden

    Die Reise habe sie verändert. „Man kommt ständig in Situationen, in denen man unvorbereitet ist und Hilfe braucht“, sagt Zender. Sie sei seitdem offener geworden, hilfsbereiter, weniger zurückhaltend. Im Vortrag möchte sie zeigen, dass Radreisen keine Extremsportart sein muss. „Man braucht kein High-End-Rad und muss keine 150 Kilometer am Tag fahren. 50 Kilometer reichen völlig.“

    Dass der Vortrag im Naturmuseum stattfindet, ist kein Zufall. Agnes studierte Biologie in Ulm, der Kontakt zur Museumsleitung bestand bereits. „Es passt gut hierher“, sagt sie. „Es geht um Natur, um Landschaften – und um eine besondere Art, sich fortzubewegen.“

    Der Vortrag „Von Gegenwind und Gastfreundschaft – Unsere Radreise von Ulm nach Athen“ beginnt am Dienstag, 10. Februar, um 19 Uhr im Naturmuseum Ulm, Kornhausgasse 3. Der Eintritt ist frei.

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