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Wochenmarkt Neu-Ulm: Ehepaar Rathgeb aus Burlafingen verabschiedet sich nach 38 Jahren

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Ende einer Ära: Rathgebs verabschieden sich nach 38 Jahren vom Neu-Ulmer Wochenmarkt

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    Josef Rathgeb aus Burlafingen ist am Samstag das letzte Mal mit seinem Stand auf dem Neu-Ulmer Wochenmarkt vertreten. Dann hören er und seine Frau als Beschicker auf.
    Josef Rathgeb aus Burlafingen ist am Samstag das letzte Mal mit seinem Stand auf dem Neu-Ulmer Wochenmarkt vertreten. Dann hören er und seine Frau als Beschicker auf. Foto: Andreas Brücken (Archivbild)

    Nach 38 Jahren verabschiedet sich das Ehepaar Rathgeb vom Neu-Ulmer Wochenmarkt. „Ich bin 69, auch meine Frau kommt in Rente. Irgendwann will man auch mal kürzertreten“, sagt Josef Rathgeb im Gespräch mit unserer Redaktion. Seit 1988 sind sie mit einem Obst- und Gemüsestand auf dem Petrusplatz vertreten. An diesem Samstag werden sie ein letztes Mal vertreten sein. „Es wird mit Sicherheit nochmal ein kräftiger Markt. Viele haben gesagt, dass die nochmal kommen wollen.“ Sie hätten extra noch einmal die bei vielen beliebten Marmeladen eingekocht und Kuchen gebacken.

    Vor zwei Jahren verabschiedeten sich die Burlafinger bereits vom Dietenheimer Wochenmarkt. Nun folgt das endgültige Ende ihrer Zeit als Beschicker. Vor anderthalb Jahren sei der Entschluss bereits gefasst worden. Zwar hätten sie nach einem Nachfolger gesucht. Einer, der jahrelang bei ihnen mitgeholfen hatte, habe zunächst gesagt, dass er den Wochenmarkt übernehmen wolle. Vergangene Woche aber soll er abgesagt haben. Der Grund: „Kein Personal. Ein ganz großes Problem“, sagt Rathgeb.

    Josef Rathgeb: „Die kleinen Betriebe die sind heute nicht mehr lukrativ“

    Wenn Saison ist, sei er gut 70 bis 80 Stunden die Woche auf den Beinen. Morgens stehe er um 2 Uhr auf und „rackert bis in den Abend“. Die älteren Menschen „wollen das nicht mehr“, sagt Rathgeb. Bei den jüngeren gebe es andere Probleme: „Die haben keinen Hänger-Führerschein.“

    Ihre beiden erwachsenen Töchter hätten mittlerweile Jobs in der Industrie, in „Führungspositionen“, wie er sagt. Für Rathgeb aber war damals, als er seinen Betrieb aufbaute, schon klar, dass er ihn nicht seinen Kindern überlassen möchte. „Ich hatte immer meine Devise: Ich bau ihn zurück, ich tu den Kindern das nicht an und hinterlasse diese Altlasten“, sagt er. „Die kleinen Betriebe, wo alles mit Handarbeit ist, die sind heute nicht mehr lukrativ.“

    Ihre landwirtschaftlichen Flächen samt Gewächshäusern hätten sie längst zurückgebaut und anderweitig verpachtet. „Da wächst jetzt schon Mais“, sagt Rathgeb. Dass nun an diesem Samstag Schluss ist, hänge damit zusammen, dass auch die Äpfel allmählich aufgebraucht sind und Jungpflanzen nicht mehr angebaut wurden. „Das ist ein guter Zeitpunkt.“

    Nach drei Schulter-Ops sind jetzt die Knie dran: „Fürs Nichtstun ist es noch ok“

    Auch wenn seine Obstanlagen immer einen „hohen Stellwert“ genossen hätten, sieht er dem Ende „erleichtert“ und mit „großer Freude“ entgegen. Jahrzehntelang habe er auf vieles verzichten müssen. „Man muss vom Kopf her zu dem Entschluss stehen“, sagt der 69-Jährige. Langweilig werde es ihm jetzt aber nicht. Ihr Automatenverkauf, der Regiomat, laufe vorerst weiter. Hier werde angeboten, was übers Jahr so im eigenen Garten halt noch so wächst.

    Nach drei „gut überstandenen“ Schulteroperationen seien nun beide Knie an der Reihe. „Die brauchen ein neues Gelenk von der jahrelangen katholischen Arbeit. Ständig auf den Knien, davon kommt das“, scherzt der gelernte Koch. Ansonsten aber gehe es ihm gesundheitlich gut. „Fürs Nichtstun ist es noch ok“, sagt Rathgeb: „Jetzt beginnt ein neuer Lebensabschnitt.“

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