Startseite
Icon Pfeil nach unten
Neu-Ulm
Icon Pfeil nach unten
Ulm
Icon Pfeil nach unten

Zug kracht in ukrainischen Militär-Tanklaster: Langenauer Herstellerfirma äußert sich

Ulm/Langenau

Zug kracht in ukrainischen Militär-Tanklaster: So äußert sich die Langenauer Herstellerfirma

  • |
  • |
  • |
  • |
    Der neue Tanklastwagen war auf dem Weg nach Polen und sollte in die Ukraine.
    Der neue Tanklastwagen war auf dem Weg nach Polen und sollte in die Ukraine. Foto: Thomas Heckmann

    Ein Zug ist am Mittwochnachmittag in einen Militärlaster gekracht. Der Unfall ereignete sich an einem Bahnübergang in der Riedheimer Straße in Langenau (Alb-Donau-Kreis). Zwar ging der Unfall glimpflich aus und niemand wurde verletzt, doch die Strecke musste für die Aufräumarbeiten für 13 Stunden gesperrt werden. Mittlerweile hat sich das Langenauer Unternehmen, welches für den Tankaufbau verantwortlich ist, zum Unfall geäußert.

    Zug erfasst Lastwagen auf Bahnstrecke zwischen Langenau und Ulm

    Die rund 20 Fahrgäste und der Lokführer kamen nach dem Unfall mit einem Schrecken davon, der Lastwagenfahrer stand unter Schock, nachdem der Zug den Lastwagen auf dem Bahnübergang erfasste. Wie berichtet, war der fabrikneue militärische Tanklastwagen nach Angaben von Anwohnern Teil einer Überführungsfahrt über Polen in die Ukraine. Zuvor sollen mindestens fünf baugleiche Lkw den Bahnübergang passiert haben. Die Fahrzeuge starteten von der Firma Lindner & Fischer Fahrzeugbau im Langenauer Süden aus.

    „Wir können bestätigen, dass es gestern zu einem Unfall zwischen einem Tanklastwagen und einer Regionalbahn kam“, teilte der Stefan Lindner, der Geschäftsführer des Unternehmens auf Nachfrage unserer Redaktion, bereits am Donnerstag mit. „Die Ermittlungen zum Unfallhergang laufen. Wir unterstützen die zuständigen Behörden vollumfänglich und bitten um Verständnis, dass wir während der laufenden Ermittlungen zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Angaben machen können.“

    Lindner & Fischer Fahrzeugbau ist Hersteller des Tankaufbaus des Unfallfahrzeugs

    Am Freitag folgte eine ausführlichere Pressemitteilung des 1988 gegründeten Unternehems. Darin heißt es: „Bei dem betroffenen Fahrzeug handelt es sich um eines von mehreren Fahrzeugen, die am Unfalltag von einer Spedition zur Überführung an ihren jeweiligen Bestimmungsort bei unserem Unternehmen übernommen wurden.“ Nach Angaben der Polizei handelte es sich um ukrainische Militärfahrzeuge.

    Bei einem Unfall an einem Bahnübergang entstand ein massiver Schaden an den Fahrzeugen.
    Bei einem Unfall an einem Bahnübergang entstand ein massiver Schaden an den Fahrzeugen. Foto: Thomas Heckmann

    „Die Lindner & Fischer Fahrzeugbau GmbH ist Hersteller des Tankaufbaus des betreffenden Fahrzeugs. Als Aufbauhersteller beschränkt sich unsere Leistung auf die Konstruktion und Fertigung des Tankaufbaus; in die Technik des Fahrgestells sowie in sicherheits- und fahrbetriebsrelevante Systeme greifen wir grundsätzlich nicht ein“, so Lindner weiter. „Unsere Produkte werden nach geltenden gesetzlichen Vorschriften, einschlägigen Normen sowie internen Qualitätsrichtlinien gefertigt und vor Auslieferung umfangreichen Prüf- und Dokumentationsprozessen unterzogen. Sicherheit, technische Zuverlässigkeit und normkonforme Ausführung haben für unser Unternehmen höchste Priorität.“

    Unfall am Bahnübergang in Langenau: Warum blieb das Fahrzeug stehen?

    Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, blieb das Fahrzeug auf den Gleisen stehen. Der Fahrer soll schon vor dem Unfall aus dem Lastwagen ausgestiegen sein. Der Zug erfasste den Lastwagen und schob ihn zur Seite. „Zur Ursache des Unfalls können und werden wir keine Stellung nehmen“, so Lindner. Er verweist auf die laufenden Ermittlungen der Polizei.

    „Nach aktuellem Kenntnisstand wurden bei dem Unfall keine Personen verletzt. Diese Nachricht ist für uns – bei aller Betroffenheit über das Ereignis – eine große Erleichterung. Unsere Gedanken sind bei allen Beteiligten, insbesondere bei den Fahrgästen, dem Zugpersonal sowie dem Fahrer des Lkw. Wir danken den Einsatzkräften für ihr schnelles und professionelles Handeln vor Ort“, teilt Lindner weiter mit.

    Rettungseinsatz nach Unfall am Bahnübergang in Langenau

    Bei den Einsatzkräften ging die Meldung um 15 Uhr ein, rund 45 Rettungskräfte eilten dann zur Unfallstelle. Bevor sie sich aber um die Passagiere kümmern konnten, musste die Deutsche Bahn die Strecke freigeben. Ein lokaler Busunternehmer brachte die Fahrgäste dann von der Unfallstelle weg.

    Die Bergung des verkeilten Lastwagens gestaltete sich schwierig. Er musste mit einem Spezialkran angehoben und von den Gleisen gezogen werden. Auch der beschädigte Zug war nicht mehr fahrbereit und musste abgeschleppt werden. Die wichtige Bahnstrecke zwischen Ulm und Aalen blieb für Stunden voll gesperrt. Hunderte von Pendlern waren von den Zugausfällen und Verspätungen betroffen. Die Bahn richtete einen notdürftigen Schienenersatzverkehr mit Taxis und Bussen ein.

    Unfall mit Zug: Polizei schätzt Fahrzeugschaden auf 350.000 Euro

    Nach Angaben der Polizei beläuft sich die vorläufige Schätzung des Schadens an den Fahrzeugen auf rund 350.000 Euro. Wie sehr die Gleise oder etwaige Bahnanlagen beschädigt sind, wird derzeit geprüft. Auch zur Unfallursache konnte die Polizei am Donnerstagmorgen zunächst keine Angaben machen. Berichten zufolge konnte der Lastwagen aufgrund eines technischen Defekts nicht weiterfahren.

    Nach 13 Stunden Sperrung konnte die Bahn den Betrieb am Donnerstagmorgen um 4 Uhr morgens wieder aufnehmen, jedoch kann es noch immer zu Verspätungen kommen. Die Züge fahren nach Angaben der Bahn derzeit nur mit verringerter Geschwindigkeit.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Anmelden

    Sie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren