„Möge das Feuer im Herzen niemals erlöschen, das Feuer im Einsatz aber möglichst schnell“, wünschte Bürgermeister Michael Lederer den Aktiven der Karlshulder Feuerwehr. Die rundete das dreitägige Fest anlässlich ihres 125-jährigen Bestehens mit einem würdigen Festakt ab. Die große Fahrzeughalle des erst vor einem Jahr eingeweihten Feuerwehrhauses war nahezu bis auf den letzten Platz besetzt, einschließlich eines kleinen Zeltanbaus, um alle befreundeten Wehren des KBM-Bereichs 5, Karlshulder Vereine und zahlreiche Ehrengäste unterzubringen.
Karlshulder Feuerwehr feiert 125-jähriges Bestehen: Die Bilder der Jubiläumsfeier
Karlshulder Feuerwehr feiert 125-jähriges Bestehen
Aufgrund des unbeständigen Wetters war der geplante Festumzug abgesagt und die ökumenische Andacht aus der Kirche in die von den Karlshulder Gartenfreunden geschmückte Festhalle verlegt worden. Wertschätzung, Lob und gute Wünsche für unfallfreie Rückkehr aus den Einsätzen zogen sich durch die Ansprachen der beiden Pfarrer Michael Heinrich und Johannes Späth sowie die Grußworte der Ehrengäste. Alle dankten und zogen den sinnbildlichen Hut vor den Ehrenamtlichen, die ihre Freizeit opfern, um anderen Menschen in Not zu helfen, die bei Wind und Wetter, nachts und an Feiertagen ausrücken und dabei Zusammenhalt, Gemeinschaftssinn und Kameradschaft leben.
Eine starke Gemeinschaft in Karlshuld
125 Jahre Karlshulder Feuerwehr, das sei eine stolze Zahl, meinte Pfarrer Heinrich, sie stehe für viele Jahre tatkräftigen Handelns und Dienst am Nächsten – unabhängig von (schwierigen) politischen Verhältnissen, Epidemien, eigenen Lebensentwürfen und nicht zuletzt verschärften Auflagen und Rechtslagen. Pfarrer Späth zog den Bogen zum Heiligen Florian, der „gezeigt hat, was es heißt, auf Gott mehr zu hören als auf die Menschen“. Florian sei notleidenden Menschen zu Hilfe geeilt und somit Vorbild für alle, die Menschen retten, Gefahren abwehren, Schaden begrenzen und dabei an die eigenen Grenzen gehen. „Wo es dunkel ist, ist Gott an unserer Seite“, gab er den Feuerwehrleuten mit – getreu des Paulusbriefs aus der Lesung: „Wenn Gott für uns ist – wer kann dann gegen uns sein?“.
Lederer lobte die starke Gemeinschaft, die Feuerwehr sei das „Herzstück unserer Gemeinde“ und meinte, in der Feuerwehrhistorie stecke die ganze Geschichte von Karlshuld drin, das auf schwierigem Boden gegründet worden war. Landrat Thomas Mack freute sich über den Zusammenhalt aller Wehren im KBM-Bereich 5, was sich an der zeltfüllenden Teilnahme ablesen ließ. Ausdrücklich lobte er den weitsichtigen Neubau des Feuerwehrhauses, mit dem die Karlshulder gut gerüstet seien. Mit Wetterereignissen wie Starkregen oder Hochwasser sei in Zukunft häufiger zu rechnen, die Anforderungen stiegen. Kreisbrandrat Stefan Kreitmeier unterstrich die hohe Einsatzbereitschaft der Feuerwehrkameraden „bei Tag und Nacht Menschen zu retten, oft unter schwierigen Bedingungen und ohne an sich selbst zu denken“. Sein Dank galt der Jugendfeuerwehr, denn „wer die Jugend hat, hat die Zukunft“.
Befreundete Feuerwehr aus Riet war in Karlshuld
Aus dem schwäbischen Riet bei Vaihingen/Enz waren 25 Gäste angereist, darunter 18 von 23 Aktiven der Rieter Wehr, die seit 46 Jahren eine „tiefe Freundschaft über Bundeslandgrenzen hinweg“ zur Karlshulder Feuerwehr verbindet. „Wir sehen hier nicht nur eine hervorragend und modern aufgestellte Feuerwehr, sondern auch Freunde“, sagte Kommandant Jochen Kinder und überreichte als sichtbares Zeichen der Verbundenheit ein Fahnenband, das sogleich an die Karlshulder Fahne angeheftet wurde. Dort hatte Bertl bereits nach der Andacht ein vom eigenen Vorstand gestiftetes und von Pfarrer Heinrich gesegnetes Fahnenband angebracht. Nachdem zunächst die Karlshulder Blaskapelle die Andacht begleitet hatte, spielte später eine Partyband auf.
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