Neuburg Er war Vater von 17 Kindern, aber auch ein treu sorgender Regent. Die Rede ist von Herzog Philipp Wilhelm, der in Pfalz Neuburg von 1653 bis 1690 die Regentschaft hatte. Er war der kinderreichste Pfalzgraf. Als pflichtbewusster Vater war er besorgt um das Wohl seiner Kinder und bemüht, sie im Adel und in Kirchenkreisen gut unterzubringen. Der Volksmund bezeichnete ihn deshalb auch als Schwiegervater für halb Europa.
Herzog Philipp Wilhelm wusste, was eine gute Erziehung bedeutet. Sein Vater Wolfgang Wilhelm hatte bereits eine Lehr- und Lernordnung vom Rektor des Neuburger Studienseminars, Jesuitenpater Welser, ausarbeiten lassen. Herzog Philipp Wilhelm überarbeitete und verbesserte die Erziehungsordnung, die auch als Prinzenspiegel bezeichnet wurde. So kommt es nicht von ungefähr, dass die Neuburger Prinzenerziehung einen außerordentlichen Ruf hatte, der sogar in Rom bekannt war. Den damals amtierenden Papst Innozenz XI. fiel es nicht schwer, Neuburger Prinzen als kirchliche Würdenträger zu bestätigen. Da war einmal der Sohn Wolfgang Georg, er war bereits designierter Bischof von Breslau, starb aber noch im Jahre 1684 vor der Inthronisation im Alter von 24 Jahren. Prinz Ludwig Anton war das sechste Kind des Kurfürsten und übernahm das Amt als Bischof von Worms. Mit 24 Jahren wurde er 1684 Hoch- und Deutschmeister des Deutschen Ritterordens bis 1694. Im Jahre 1691 übernahm er als Bischof die Diözese Worms. Allerdings ist er bereits 1694 im Alter von 34 Jahren gestorben. Der fünftgeborene Sohn Alexander Sigismund wurde mit 27 Jahren zum Bischof von Augsburg ernannt. Er soll edel, fromm und mit besonderen Geistesgaben ausgezeichnet gewesen sein.
Mit Ämtern in der Kirche überhäuft
Mit Ämtern überhäuft wurde Franz Ludwig, der 1864 in Neuburg geboren wurde. 1683 zum Fürstbischof von Breslau gewählt, übernahm er 1685 er dazu das Amt eines Oberlandeshauptmannes von Schlesien und verfügte damit über geistliche und weltliche Macht. 1694 bestieg er zusätzlich den Bischofsstuhl von Worms, wurde aber auch Hochmeister des Deutschen Ordens sowie Fürstpropst von Ellwangen und damit Reichskanzler des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Fürstbischof Franz Ludwig war aber auch bemüht um das Wohl seiner Mitmenschen. Er gründete in Breslau das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder sowie ein Waisenhaus.