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44. Winterschwimmen

28.01.2013

1916 Unverfrorene stürzten sich in die Donau

Die Nachbarn aus Laisacker nehmen seit Jahren als „Turtles“ teil.
Bild: Habermeier

8000 Zuschauer erlebten das größte europäische Spektakel dieser Art mit

Neuburg Warum in den Süden fliegen? Baden kann man im Winter auch in der Donau! Wie alle Jahre wieder in Neuburg vor der imposanten Renaissancekulisse, wo am Samstag das 44. größte Winterschwimmen Europas stattgefunden hat. 1916 Unverfrorene legten vor 8000 Zuschauern die vier Kilometer lange Schwimmstrecke zurück, begleitet mit Respekt, Beifall – und so manchem ungläubigen Kopfschütteln. Nicht nur das sportliche Erlebnis ist jedes Mal wieder eine Herausforderung. Das Donauschwimmen ist vielmehr auch ein fröhlicher Gaudiwurm auf den Wellen, bei dem die Schwimmer so manches Faschingsgefährt zu Wasser lassen. Wie etwa die Feuerwehr aus Oberhausen, die sich mit einer zweiten Donaubrücke für Neuburg den ersten Preis einheimste.

Die zweite Donaubrücke ist bereits gebaut

„Hier ist unser Meisterstück, eine zweite Donaubrück“, war auf dem rund zehn Meter langen Aufbau zu lesen. Das Viadukt beeindruckte nicht nur Jury und Zuschauer, sondern weckte bei Neuburgs geplagten Verkehrsteilnehmern Wunschgefühle. Die prominentesten Schwimmer, der Bundestagsabgeordnete Dr. Reinhard Brandl und OB Dr. Bernhard Gmehling, nahmen dieses Dauer-Thema mit Schmunzeln zur Kenntnis und stürzten sich mit dem Aufbau der Stadt – dessen Thema war Kinderkrippen – mit den vielen Teilnehmern an der Staustufe Bittenbrunn in die braunen Fluten. Die größte Gruppe bildeten Kommodore Oberst Andreas Pfeiffer und sein Nachfolger Oberstleutnant Frank Gräfe mit dem Jagdgeschwader 74 mit 56 Teilnehmern und einer Eurofighter-Attrappe.

1916 Unverfrorene stürzten sich in die Donau

Mit 529 Frauen und 1387 Männern unter den Schwimmern haben sich die Erwartungen der Organisatoren der Wasserwacht Neuburg erfüllt. „Auch wenn es inzwischen viele Nachahmer gibt, bei uns in der Ottheinrichstadt findet das Original statt“, so Wasserwacht-Vizevorsitzender Roland Sammet.

Das beliebte Massenbad hatte seine Geburtsstunde 1970, als acht Wasserwachtmitglieder aus Spaß den Eistest wagten. Inzwischen ist das Spektakel mit Gruppen aus ganz Deutschland, Frankreich und Slowenien zum großen Familientreff der Wasserwachten und zum Magneten für Teilnehmer aus unterschiedlichen Organisationen geworden. Heuer waren 231 Gruppen aus über 163 Städten nach Neuburg angereist. Das Winterbad verlangt im Wasser und an Land einen enormen logistischen Aufwand. So kümmerten sich 400 Helferinnen und Helfer, davon 192 Wasserwachts-Mitglieder der Ortsgruppe Neuburg, 100 Sanitätskräfte, THWler, Polizisten und Floriansjünger um einen reibungslosen Ablauf.

Für die Teilnehmer galt es, ab der Staustufe Bittenbrunn vier Kilometer zu absolvieren. Gehandicapt durch Verkleidungen und lustigen Aufbauten dauerte das Bad durchschnittlich 45 Minuten. Zu den Höhepunkten gehörten die 22 „Puristen“, die sogenannten Eisbären, die auf einer 500 Meter Kurzstrecke auf die wärmende Montur verzichteten und nur mit Badehose bekleidet schwammen. Bei heißer Eiersuppe tauten dann im Ziel alle wieder auf und brachten mit Beschreibungen wie „einfach geil“ das Erlebnis auf den Punkt. Insgesamt mussten bei der 44. Auflage 15 Teilnehmer verfrüht aus dem Wasser gezogen werden. Ursachen waren meistens Neoprenanzüge, die nicht passten. „Das vorzeitige Aufhören bei einem Krampf ist sehr vernünftig, schließlich steht Sicherheit bei uns an oberster Stelle“, erklärt dazu der Wasserwachtvorsitzende und Hauptverantwortliche Günter Weiss.

Lustige Einfälle und Aufbauten wurden am Abend mit Pokalen prämiert. Egal ob mit oder ohne Auszeichnung, eines versprachen viele: dass sie auch 2014 wieder mit dabei sind. So wie Oberbayerns Wasserwachtchefin Ulrike Scharf. Nach ihrer Premiere am Samstag will sie auch im nächsten Jahr beim halbrunden Jubiläum, dem 45. Donauschwimmen, die Teilnehmer und Zuschauer mit dem Wasserwacht-Schlachtruf „Patsch–nass“ mitreißen. "Seite /Am Rande notiert

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