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Justiz

19.07.2019

Am Landgericht Ingolstadt endet eine Ära

Kliegl
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Kliegl

Präsidentin Sibylle Dworazik wird an die Spitze des Landgerichts Regensburg, ihr Stellvertreter Jochen Bösl ans Oberlandesgericht nach München befördert. Auf ihn folgt Konrad Kliegl, der bislang das Amtsgericht Pfaffenhofen leitet

Beim Landgericht Ingolstadt geht in diesen Tagen eine Ära zu Ende. Heute verlässt die langjährige Präsidentin Sibylle Dworazik die Justizbehörde. Und zum 1. August geht ihr Stellvertreter, der Vorsitzende der 1. Strafkammer und des Schwurgerichts, Jochen Bösl. Das Gericht und die Region verlieren damit zwei nicht nur von ihren Mitarbeitern geschätzte Topjuristen.

Wie berichtet, wird die 62-jährige Dworazik das ungleich größere Landgericht Regensburg leiten. Der 58-jährige Bösl übernimmt künftig einen Staatsschutzsenat am Oberlandesgericht München. Und zwar jenen, der unter dem Vorsitz von Manfred Götzl zuletzt das NSU-Verfahren zu bewältigen hatte.

Dworazik war 2009 vom Oberlandesgericht München zurück nach Ingolstadt gekehrt, wo sie – 1984 bei der Staatsanwaltschaft München II, Zweigstelle Ingolstadt, ihre Karriere in der bayerischen Justiz begonnen hatte.

Am Landgericht Ingolstadt endet eine Ära

Bösl hat seine Laufbahn im September 1991 als Richter auf Probe am Landgericht Ingolstadt begonnen. 1993 wurde er Staatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Ingolstadt und kehrte 1995 als Richter ans Landgericht zurück. Er war zunächst Zivilrichter und wechselte dann in die 1. Strafkammer, die damals noch von Paul Weingartner geführt wurde. 2001 folgte für Bösl die erste Leitungsfunktion bei der Staatsanwaltschaft Ingolstadt, bevor er 2006 zum ständigen Vertreter des Amtsgerichtsdirektors in Ingolstadt befördert wurde. Dort war er Vorsitzender des Jugendschöffengerichts und seit 2011 Vorsitzender des Erwachsenenschöffengerichts. 2014 wechselte er dann wieder zurück ans Landgericht und übernahm das Schwurgericht von Weingartner. Und leitete seither alle großen Strafverfahren – vom Geiselnehmer-Prozess bis hin zum noch laufenden gegen Ingolstadts Ex-Oberbürgermeister Alfred Lehmann. Für dieses, und die weiteren noch nicht ganz abgeschlossenen Fälle (Mord im Schrebergarten, Schüsse in der Tiefgarage), wird Bösl von München rückabgeordnet.

Auf ihn folgt dann in Ingolstadt zum 1. August als Vizepräsident und Vorsitzender des Schwurgerichts Konrad Kliegl. Der 59-Jährige ist noch Direktor des Amtsgerichts Pfaffenhofen, aber in Ingolstadt kein Unbekannter. Am Landgericht hatte er zuvor über Jahre unter anderem die Kammer für Handelssachen – mit diversen Großverfahren – geleitet. (kuepp)

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