Neuburg Für Amtsgerichtsdirektor Tilo Schwaiger ist es mittlerweile Routine, junge Kollegen in das Richteramt zu begleiten. Viele Nachwuchsjuristen hat er schon kommen und auch wieder gehen sehen. Und so fällt es ihm nicht schwer, in diesem August Dr. Sebastian Hirschberger nach knapp einem Jahr zur Staatsanwaltschaft Ingolstadt ziehen zu lassen. Als sein Nachfolger ist nun Matthias Ernst in das Amt berufen worden. Seit 1. August sorgt er im Straf- und Jugendrecht für Recht und Ordnung.
Sein ersten Verhandlungen hat der 29-Jährige bereits erfolgreich hinter sich gebracht. „Den ersten Prozess musste ich leider wieder einstellen“, erzählt er verschmitzt. Es wird ihm also nicht nachhaltig in Erinnerung bleiben. Trotzdem: „Ich hatte gleich ein gutes Gefühl am Richtertisch“, sagt Ernst.
Dafür ist der gebürtige Donauwörther von der herzlichen Aufnahme im Landgerichtsbezirk Ingolstadt sehr erfreut. Sibylle Dworazik, Präsidentin des Landgerichtes in Ingolstadt, begrüßte den jungen Richter gestern Vormittag in Neuburg. Er hat – wie üblich bei den jungen Juristen – sofort ein Ressort komplett übernommen. Traditionell schon fast ist dies in Neuburg das Jugendrecht und Strafrecht.
Ernst sagt von sich selbst, dass er nur Jura studiert habe, um am Ende Richter werden zu dürfen. Die Staatsnote hat er geschafft, so dass sich der Traum erfüllt hat. Derzeit promoviert er noch an der Universität Augsburg über „Dienstleistungsbetriebsstätten im Auskommensrecht“ und muss noch „die ein oder andere Fußnote einfügen“, sagt er mit einem Lächeln. In der Fuggerstadt lebt er gemeinsam mit seiner Frau und pendelt täglich nach Neuburg.
Sein Sinn für Gerechtigkeit spiegelt sich übrigens auch in seinem Hobby: Er ist Schiedsrichter in der Fußballbezirksliga der Herren und sorgt auf dem Platz für Fair Play. Auch im Landkreis hat er bereits einige Spiele gepfiffen. „Von daher war ich hier schon unterwegs und kenne mich schon ein wenig hier aus“, sagt Ernst.