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Boulevard Barbara: Heimliche Chefin des Pfarrhauses geht

Boulevard Barbara

Heimliche Chefin des Pfarrhauses geht

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    Zum letzten Mal an ihrem Schreibtisch: Pfarrsekretärin Josefine Maier wird von Stadtpfarrer Herbert Kohler (rechts) und Kaplan Max Bauer verabschiedet.
    Zum letzten Mal an ihrem Schreibtisch: Pfarrsekretärin Josefine Maier wird von Stadtpfarrer Herbert Kohler (rechts) und Kaplan Max Bauer verabschiedet. Foto: Barbara Würmseher

    „Anna Josefa“ klingt selbst in ihren eigenen Ohren fremd. Unter diesem Namen kennt sie in Neuburg keiner. Dort hat man ihr schon vor Jahrzehnten den liebe- und respektvoll gebrauchten Spitznamen „Fräulein Finni“ gegeben. Und „Fräulein Finni“ ist eine feste Größe in der Pfarrei. Vor fast 40 Jahren ist Josefine Maier mit dem damals neuen Stadtpfarrer Vitus Wengert aus dem schwäbischen Weißenhorn nach Neuburg gekommen, führt ihm seither den Haushalt und hat bis dato das Pfarrbüro geleitet. Jetzt ist nicht nur Wengert, sondern auch sie selbst im Ruhestands-alter angekommen: Mit 68 Jahren hat sie ihrem Schreibtisch den Rücken gekehrt – mit vielen guten Worten im Gepäck, einem dicken Dankeschön und einem Blumenstrauß. „Ich kann nicht ermessen, wie Sie das alles gemacht haben“, brachte der neue Stadtpfarrer Herbert Kohler seine Bewunderung zum Ausdruck.

    Unendlich viel Verwaltungsarbeit und Schreibkram für die Kirchen St. Peter, Gietlhausen, Bittenbrunn, Laisacker und Ried, die Friedhöfe und den Kindergarten sind über ihren Schreibtisch gegangen. „Ich war die rechte und die linke Hand von Pfarrer Wengert“, sagt Josefine Maier über sich selbst. „Oft hat’s von einem Gottesdienst zum nächsten pressiert. Dann bin ich mit laufendem Motor vor der Sakristei gestanden und hab ihn zum nächsten Einsatz gefahren. Dann hat’s halt nichts zum Essen gegeben.“ Das hat der Ruhestands-Geistliche künftig nicht mehr zu befürchten, denn vom Alltags-Stress befreit, bekocht ihn „Fräulein Finni“ in seinem Alterssitz in der Adalbert-Stifter-Straße auch heute noch.

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