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Neuburg: Coronavirus: Gastronomen in Neuburg sorgen sich um Existenz

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Coronavirus: Gastronomen in Neuburg sorgen sich um Existenz

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    Der Neuburger Gastronom Karl Deiml muss seinen Betrieb ab 15 Uhr schließen.
    Der Neuburger Gastronom Karl Deiml muss seinen Betrieb ab 15 Uhr schließen. Foto: Andreas Dengler

    Wer in diesen Tagen das Wort Corona in den Mund nimmt, bekommt als Reaktion häufig einen Seufzer. Auch Gastwirt Karl Deiml atmet erst einmal tief ein und aus, bevor er erzählt, wie die Lage bei ihm im Neuwirt in der Neuburger Innenstadt aussieht. „Wir müssen jetzt handeln, es geht nicht anders“, sagt er. „Aber die Auflagen der bayerischen Staatsregierung treffen uns richtig hart.“

    Deiml ist Gastwirtesprecher, denkt also nicht nur an seine eigene Situation, sondern auch an andere Betriebe. Bei vielen gehe es in den kommenden Wochen um die Existenz. Am Dienstag hat der Gastwirt seine Mitarbeiter in die Kurzarbeit geschickt. Ein Koch ist noch da, um das Mittagsgeschäft zu bewältigen. Deiml sagt aber auch: „Der ganze Umsatz bricht weg. 30 Leute mittags, da sind die Kosten, den Betrieb in dieser Zeit aufrechtzuerhalten, höher als der Umsatz, der dabei rauskommt.“

    Ministerpräsident Söder verkündet eingeschränkte Öffnungszeiten

    Ab Mittwoch dürfen Speiselokale wegen der Ausbreitung des Coronavirus zunächst für die kommenden zwei Wochen nur noch von 6 bis 15 Uhr öffnen. Das hat die bayerische Staatsregierung in einer Pressekonferenz am vergangenen Montag verkündet. Nach 15 Uhr dürfen Speisen nur noch zum Mitnehmen angeboten oder müssen geliefert werden. Außerdem gilt: Während der Öffnungszeiten dürfen sich maximal 30 Leute im Lokal aufhalten.

    Und das auch nur dann, wenn ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Personen gegeben ist. Karl Deiml kann die neuen Auflagen im Neuwirt relativ gut umsetzen. „Wir werden einige Tische herausnehmen. Das klappt dann schon.“ Die große Frage ist: Wie geht es weiter? Auf Lieferungen von Speisen ist der Gastwirt nicht vorbereitet, der Aufwand muss vom Umsatz gedeckt werden. „Wer weiß, ob der Umsatz dafür reichen würde.“

    Auf einen Versuch ankommen, lässt es Bajram Gashi. Der Gastronom führt drei Betriebe in Neuburg. Die Fly-Bar, das Huba und das Bootshaus. Alle drei bleiben ab Dienstag geschlossen. Langweilig wird es Gashi und seinen Mitarbeitern trotzdem nicht. „Wir haben uns etwas ausgedacht und wollen die Zwangspause nutzen, um kreativ zu sein.

    Ab Mittwoch wird es einen Lieferservice geben. So können wir unsere Angestellte weiter beschäftigen.“ Er hofft, dass vor allem ältere Menschen oder Leute, die wegen der häuslichen Quarantäne nicht raus dürfen, das Angebot nutzen werden. „Ich denke, in diesen Zeiten gibt es den Menschen auch ein gutes Gefühl, wenn sie sehen, dass manche Dinge normal weiterlaufen und nicht alles völlig lahm liegt“, erklärt Gashi. Auch Cocktails sollen ausgeliefert werden. „Wir haben so etwas noch nie gemacht, aber es ist eine Herausforderung, der wir uns stellen wollen“, sagt der Unternehmer. „In solchen Zeiten muss man sich was trauen.“

    Staatliche Hilfen: Neuburger Betriebe brauchen Unterstützung

    Obwohl Bajram Gashi Optimismus versprüht – auch er fragt sich, wie es weitergehen wird. Er hofft auf staatliche Unterstützung. Aktuell sei die Lage völlig unklar und auch auf Seite der Banken, wisse momentan keiner, wie eine finanzielle Unterstützung konkret aussehen wird.

    Im Neuwirt ist auch Karl Deiml gespannt, welche staatlichen Hilfen tatsächlich bei den Betrieben ankommen werden. „Das große Problem in der Gastronomie ist: Es gibt keinen Nachholeffekt. Die Umsätze sind weggebrochen.“ Normale Kredite, wie sie Markus Söder angesprochen hat, seien keine Hilfe, weil die mit Zinsen zurückbezahlt werden müssten. „Es braucht schnelle und unbürokratische Hilfen wie in Hochwasserzeiten das Handgeld“, betont Deiml. Außerdem brauche es zinslose Kredite. Denn Pacht und Instandhaltung der Gebäude laufen normal weiter – mit oder ohne Coronavirus.

    Coronakrise: Auch der Einzelhandel in Neuburg ist betroffen

    Mit Sorge blickt auch Claudia Stadlmayr in die Zukunft. Ihr Modehaus Bullinger schließt am Mittwoch auf unbestimmte Zeit die Türen. Die Mitarbeiter sind in der Kurzarbeit. Gerade habe sie eine Email vom Einzelhandelsverband bekommen – im Anhang Vorlagen für Anträge auf finanzielle Hilfen. „Damit sollte man nicht warten“, sagt Stadlmayr. Sie hofft, dass die angekündigten Maßnahmen der Regierung greifen.

    Und sie appelliert an alle Kunden, in Zeiten der geschlossenen Läden nicht alle Einkäufe online zu tätigen. „Unsere Lager sind voll mit Ware“, bekräftigt die Inhaberin. „Ich hoffe, dass die Kunden den Handel vor Ort nach der Krise wieder unterstützen.

    Auch Hans Dünstl, Inhaber des Sporthotels Dünstl, sagt: „Es geht ja irgendwann wieder weiter.“ Er klingt dabei trotzig. Bis Ende der vergangenen Woche sei sein Hotel noch voll belegt gewesen. Dann kam auch hier der Einbruch. Seitdem sei die Situation „gar nicht rosig“.

    Noch ist nicht endgültig entschieden, ob das Sporthotel in der kommenden Woche noch geöffnet sein wird. „Werden überhaupt Gäste kommen?“, fragt sich der Inhaber. „Wir haben keine Mittagsgäste, abends dürfen wir niemanden mehr bewirten. Da ist keine Wirtschaftlichkeit gegeben.“ Trotz aller Widrigkeiten gibt er sich kämpferisch: „Wir werden uns schon wieder aufrappeln.“

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