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Neuburg-Schrobenhausen

13.01.2019

Der Hilfseinsatz im Schneechaos wird verlängert

Haus für Haus befreien die Rettungskräfte aus dem Landkreis Neuburg-Schrobenhausen Dächer in Inzell im Landkreis Traunstein von den enormen Schneelasten. Aus Sicherheitsgründen sind sie bei ihrer Arbeit angeseilt.
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Haus für Haus befreien die Rettungskräfte aus dem Landkreis Neuburg-Schrobenhausen Dächer in Inzell im Landkreis Traunstein von den enormen Schneelasten. Aus Sicherheitsgründen sind sie bei ihrer Arbeit angeseilt.
Bild: Feuerwehr Neuburg/Bernhard Pfahler

121 Rettungskräfte aus dem Landkreis befreien Häuser in Inzell von den Schneemassen. Ihr Einsatz dauert nun bis Dienstagabend. Warum und was das bedeutet.

Während am Sonntag bei uns der Regen das bisschen sichtbaren Winter schon wieder schmelzen ließ, sorgen Schnee und Schneeregen im Süden Bayerns weiter für chaotische Verhältnisse. Nach einem Hilfeaufruf der Regierung von Oberbayern am Freitag waren 121 Rettungskräfte aus dem Landkreis kurzfristig nach Traunstein gefahren, um dort mitzuhelfen, die Dächer vom meterhohen Schnee zu befreien. Ihr Einsatz war eigentlich nur bis Sonntagabend geplant. Doch wegen einer Unwetterwarnung und anhaltenden Schneefällen hat die Regierung das Hilfeleistungskontingent bereits am Samstag bis vorläufig Dienstagabend verlängert.

Auch Neuburgs Feuerwehrkommandant Markus Rieß schippt fleißig Schnee.
Bild: Feuerwehr Neuburg/Bernhard Pfahler

45 Rettungskräfte aus dem Landkreis müssen ausgetauscht werden

Aus diesem Grund müssen 45 Hilfskräfte aus dem Landkreis Neuburg-Schrobenhausen ausgetauscht werden. Noch gestern Abend wurden sie mit einem Bus von Traunstein nach Karlskron gefahren. Am heutigen Montag früh fahren dann 45 neue Hilfskräfte wieder nach Traunstein. Im Einsatz dort sind Rettungskräfte vom THW, dem BRK sowie den Feuerwehren aus Schrobenhausen, Waidhofen, Mühlried, Ehekirchen, Grasheim, Weichering, Burgheim, Heinrichsheim, Karlshuld und Neuburg. Wie deren Kommandant Markus Rieß in einem Telefonat mit der Neuburger Rundschau erzählt, besteht die Hauptaufgabe im Abräumen des Schnees von den Dächern, der bis zu zwei Meter hoch und mittlerweile sehr schwer ist. „Einige Gebäude sind enorm gefährdet, eine Garage ist unter der Last schon eingebrochen“, sagt Rieß, der im Chiemgau, also im Alt-Landkreis Traunstein, aufgewachsen ist und von „enormen Schneemengen“ spricht.

Die Rettungskräfte sind in der Berufsschule in Traunstein untergebracht

Einsatzgebiet der Hilfskräfte ist Inzell, wo ihre Arbeit jeweils am frühen Morgen beginnt. Die Rettungskräfte werden mit Dreh- oder Hubleitern auf die Dächer gehoben. Alle sind mit Seilen gesichert. „Das wichtigste ist, dass keinem von uns etwas passiert“, sagt Rieß. Untergebracht sind sie alle in der Berufsschule in Traunstein. „Im Schlafsaal gibt es in der Nacht immer ein vielseitiges Orchester“, hat der Neuburger Feuerwehrkommandant trotz aller Strapazen den Humor nicht verloren. Ohnehin sei die Stimmung unter den Hilfskräften vor Ort gut, wie Matthias Hentschel, Leiter des Katastrophenschutzes am Landratsamt Neuburg-Schrobenhausen, erzählt.

Dass die Rettungskräfte nicht vom Fleisch fallen, dafür sorgt der sechsköpfige Verpflegungstrupp des BRK. Der Neuburger Stadtrat Bernhard Pfahler, einer aus diesem Team, sagt, dass er noch nie so viel Schnee auf einmal gesehen habe. Was die Feuerwehrler und THWler leisten würden, beschreibt er als „gigantisch“. Auch von seinem Verpflegungstrupp werden drei der sechs Leute von Sonntagabend auf Montagvormittag ausgetauscht.

Für die Rettungskräfte aus dem Landkreis war es keine Frage, so kurzfristig zu helfen

Für alle eingesetzten Rettungskräfte aus Neuburg sei es keine Frage gewesen, sich am Freitag so kurzfristig zum Hilfseinsatz zu melden. „Wer gerufen wird und Zeit hat, der ist da. Das gilt für uns alle hier“, erklärt Pfahler. „Da wäscht eine Hand die andere“, sagen er und Kommandant Rieß und erinnern an die Hilfe, die Neuburg von auswärtigen Rettungskräften beim Pfingsthochwasser 1999 erfahren hat. Gerade für Rieß ist es keine Frage, in seiner alten Heimat zu helfen, vielmehr ist es für ihn Ehre und Verpflichtung zugleich.

Der Feuerwehrmann erzählt auch von der großen Dankbarkeit, die die Rettungskräfte von der Bevölkerung erfahren. „Die bieten uns Kaffee, zu essen und zu trinken an und helfen, wo sie können. Sie sind so froh, dass wir da sind, um ihnen zu helfen.“ Die Rettungskräfte aus dem Landkreis wollen, so Rieß, nun das beste aus ihrer Situation machen. „Wir hoffen natürlich, dass wir alle wieder heil Zuhause ankommen.“

Lesen Sie hierzu auch den Kommentar "Einsatz der Landkreishelfer sorgt für ein gutes Gefühl"

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