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Rennertshofen: Die große Filmwelt in Rennertshofen

Rennertshofen

Die große Filmwelt in Rennertshofen

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    So könnte das Kino-Museum nach einer Zeichnung des planenden Architekten Gerhard Mann aussehen.
    So könnte das Kino-Museum nach einer Zeichnung des planenden Architekten Gerhard Mann aussehen.

    Rennertshofen In der Marktgemeinde könnte etwas Großes entstehen. Etwas Einmaliges in Deutschland sogar. Mit dem geplanten Bernd-Eichinger Museum will Rennertshofen seinen berühmtesten Sohn ehren, das Andenken bewahren und zugleich Besucher anlocken. Ob das Museum mit Kino allerdings Realität wird, hängt von der Gemeinde selbst ab und damit vom Gemeinderat. Denn die nicht geringen Kosten soll die Kommune selbst schultern.

    Und diese Kosten sind nicht aus Pappe, wie Alfred Bircks vorstellte: Bei den veranschlagten 1,9 Millionen Euro müsste die Gemeinde nach Abzug aller möglichen Fördermaßnahmen gute 600000 Euro aus eigener Tasche drauflegen. Die jährlichen Betriebskosten belaufen sich nach der Kalkulation aus dem Machbarkeitsgutachten auf etwa 80000 Euro. Nach Abzug der geschätzten jährlichen Einnahmen von 20000 Euro blieben der Gemeinde Kosten in Höhe von geschätzten 60000 Euro pro Jahr. Dafür erhält Rennertshofen aber im Zentrum des Marktes ein in Deutschland einmaliges Kinomuseum rund um den weltbekannten Filmproduzenten, Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler Bernd Eichinger.

    Zur Vorstellung des Konzeptes vor dem Gemeinderat lud Initiator Alfred Bircks Dr. Jochen Ramming ein, der die Machbarkeitsstudie erstellt hatte. Sein Fazit: Rennertshofen könnte einen über die Region hinaus wirkenden Magneten schaffen. Man dürfe mit 3000 Besuchern pro Jahr rechnen, plus rund 2000 bis 3000 Schüler, Lehrer und Arbeitsgruppenteilnehmer. Die Zusammenarbeit mit der Familie Eichinger und mit der Deutschen Kinemathek, einem Filmmuseum in Berlin, erläuterte Professor Dr. Klaus Keil aus Berlin. Die Kinemathek verwaltet den Eichinger-Nachlass, aus dem das Rennertshofener Museum gespeist werden soll. Die Familie Eichinger und auch die Kinemathek begrüßten und unterstützen das Projekt, so Keil.

    Den Filmbetrieb in dem dann neu belebten Landkino wird der Neuburger Kinobetreiber Roland Harsch bewerkstelligen. Rund 60 Zuschauer soll das Programmkino fassen. Die Katholische Universität Eichstätt will den geplanten Veranstaltungsbereich für Sonderausstellungen und für ein medienpädagogisches Angebot nutzen, wie Dr. Günter Köppel, bis vergangenes Jahr Professor für Kunstpädagogik in Eichstätt, vortrug. Dessen Nachfolger am Lehrstuhl, Professor Dr. Rainer Wenrich, kann sich dort Lehrerfortbildungen im Bereich Film vorstellen. Damit käme ein wissenschaftlicher Anspruch in das Museum. Architekt Gerhard Mann stellte das bauliche Konzept vor. Das Foyer und das Kino sollen zwar modernste Technik, aber den Flair der 60er Jahre besitzen. Fritz Appel hatte das Kino 1964 eröffnet und bis zu seinem Tod 2011 als eines der letzten Landkinos betrieben. Der Rennertshofener Kinobetreiber hinterlässt zudem mit der museumsreifen Technik, vielen Kino-Utensilien und geschätzten 200000 Filmplakaten aus über 50 Jahren einen Grundstock für das Museum. Auf 190 Quadratmeter ist als zweite Säule eine Dauerausstellung zu Eichinger selbst und zum Thema Landkino geplant. Für Veranstaltungen stehen 120 Quadratmeter zur Verfügung, dazu ein separater Seminarraum. Der Veranstaltungsraum soll aber auch von den örtlichen Vereinen genutzt werden können.

    Bircks präsentierte dem Gemeinderat ein komplettes Konzept. Das sieht die Gemeinde als Betreiber vor. Wie die Markträte darauf reagierten, lässt sich nur erahnen. Die Stimmung sei sehr positiv gewesen, so Hirschbeck und Bircks übereinstimmend. Allerdings müsse das Gremium erst einmal die Informationsflut verdauen, so 3. Bürgermeisterin Ulrike Polleichtner. Die Finanzierung sorgte bei den Räten für einige Ernüchterung. Vor allem die laufenden Betriebskosten scheinen ein schwer verdaubarer Brocken zu sein.

    Ein Zeitplan steht bereits fest, sollte dieses Jahr noch ein positiver Gemeinderatsentscheid herbeigeführt werden. Dann könnte die Sicherung der Finanzierung angegangen werden. Im Sommer nächsten Jahres könnte die Gemeinde das Kino-Areal erwerben und im ersten Quartal 2017 könnten die Sanierungs- und Bauarbeiten beginnen.

    Einen Eröffnungstermin gibt es auch schon: der 11. April 2019. An diesem Tag hätte Bernd Eichinger seinen 70. Geburtstag gefeiert. "Kommentar Seite 27

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