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Karlshuld-Kleinhohenried

23.08.2014

Ein Bier für die Lausbiggl

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2 Bilder
Alles im Griff hat Matthias Köstler, der hier einen Blick in die Sudpfanne wirft. Seit zwei Jahren braut er sein eigenes Bier.
Bild: Uwe Kühne

Seit zwei Jahren braut Matthias Köstler aus Kleinhohenried in seiner eigenen kleinen Brauerei Helles, Weizen, Zwickel und Bock

Fährt man von Karlshuld in Richtung Haus im Moos, fällt das Schild an der Hofeinfahrt sofort auf: Lausbiggl Bräu. Lausbiggl ist die Bezeichnung der Einheimischen für den Karlshulder Ortsteil, auf den die Bewohner stolz sind, sonst gäbe es wohl den Theaterverein „De Lausbiggler“ nicht. Doch einen Bräu? Ja, den gibt es seit vergangenem Jahr. Matthias Köstler hat auf dem Anwesen seiner Eltern in mühevoller Arbeit eine kleine Brauerei aufgebaut. „Alles selbst geplant und konstruiert“, stellt er mit berechtigtem Stolz seine 2012 fertig gewordene Brauerei vor. „Hier gibt es nur Handarbeit, keine Automatisierung“, sagt er bei der Vorstellung seines in Erfüllung gegangenen Berufswunsches. Brauer wollte der 33-Jährige schon immer werden. Doch der Vater hatte das letzte Wort. „Lern’ erst einen g’scheiten Beruf“ war der Auftrag. Folglich lernte er bei der Audi AG Industrieelektroniker, einen Beruf, den er neben dem des Brauers weiter ausübt.

Mit dem Berufsabschluss war dann der Weg frei, seinen Wunsch, Brauer zu lernen, umzusetzen. In einer Münchener Brauerei lernte er sein jetzt zweites berufliches Standbein von der Pike auf. Matthias Köstler stellt in handwerklicher Tradition seine Biere her. In der Sudpfanne wird eingemaischt. Das heißt, Wasser wird mit geschrotetem Malz bis zu vier Stunden, je nach Rohstoffqualität und Biertyp, erhitzt. Anschließend wird die Maische im Nachbarkessel geläutert, das heißt die Feststoffe werden abgetrennt und bleiben als Treber übrig. Der Treberkuchen muss von Zeit zu Zeit gelockert werden, damit die Würze kontinuierlich in die Sudpfanne fließen kann. Der Hopfen kommt dazu und das Gemisch wird 90 Minuten gekocht, damit sich die Bitterstoffe lösen können und der Heißtrub ausfällt. Die Würze wird zur Heißtrubentfernung in den sogenannten Whirlpool gepumpt. Es folgt die Kühlung auf Gärtemperatur. In der Gärwanne wird Hefe zugeführt und der etwa siebentägige Gärgang beginnt. Im Lagertank reift das Bier je nach Sorte zwischen vier und zehn Wochen.

Natürlich kann sich der Ausstoß nicht mit einer großen Brauerei messen, aber immerhin kommen bei einem Sudvorgang 600 Liter zusammen. Matthias Köstler braut Helles, Zwicklbier, Weizen und in der Fastenzeit süffiges Bockbier. Gebraut werden die naturbelassenen Biere nach dem Reinheitsgebot. Das fertige Produkt wird in Fässer und Zwei-Liter-Flaschen abgefüllt. Letztere gibt es in hübschen Zweier- oder Vierer-Holztragerl. Fässer gibt es mit 10, 15 und 20 Liter. Und wo bekommt man das Lausbigglbier? In Karlshuld in den beiden Edeka-Läden und im Getränkemarkt Glöckl.

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