Den Mann scheint so leicht nichts umzuhauen, ein wahres Mannsbild ist der 48-Jährige. Und doch quälen ihn seit Monaten schlaflose Nächte. Schuld sind zwei junge Männer aus dem Kreis Pfaffenhofen, die gestern vor Gericht standen. Sie haben den Taxifahrer in einer kalten Novembernacht des vergangenen Jahres in Reichertshofen überfallen. Einer hat ihm eine geladene Schreckschusspistole an den Hals gehalten, der andere hat die Beute eingesteckt. Der Haupttäter muss für vier Jahre und zwei Monate ins Gefängnis, den 18-jährigen Mittäter hat die Jugendkammer unter Vorsitz von Georg Sitka zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt. Beide haben den Überfall gestanden.
Geplant hatten sie ihn nicht, „das war ’ne spontane Aktion“, sagte der 19-Jährige. Als die beiden Männer gegen zwei Uhr nachts am Bahnhof in Reichertshofen standen und nach Ingolstadt zum Feiern fahren wollten, ging kein Zug mehr. Für ein Taxi hatten sie kein Geld. Da sagte der Ältere nur „Brauchen wir nicht“ und schob seinen Pulli hoch. Darunter hatte er die Waffe versteckt, die hatte er öfter dabei. „Ich hab die einfach so mal mitgenommen“, sagte er gestern vor Gericht. Sein Freund zögerte noch, dann hielten sie doch ein Taxi an. Der Fahrer sollte sie zur nahen Paartalhalle fahren. Als er ihnen nach der Fahrt den Preis nannte, zückte der 19-Jährige auf der Rückbank die Waffe und bedrohte den Mann.
Der rückte seinen Geldbeutel mit rund 300 Euro und sein Handy heraus, der Jüngere riss auch noch das Navigationsgerät und ein Kartenlesegerät aus dem Auto, aus Angst, der Fahrer könnte damit die Taxizentrale verständigen. Dann warf er die Geräte in die nahe Paar. Die Aufgabenteilung der beiden war für den Taxifahrer sofort klar: „Der Beifahrer hat gemacht, was der Hintermann gesagt hat.“ Nur wenige Stunden nach der Tat wurden sie geschnappt: Der Haupttäter, der zur Tatzeit rund zwei Promille hatte, hat das Geld im Schlafzimmer seiner Eltern versteckt. Der 19-jährige Schulabbrecher, der schon als Kind als aggressiv galt, wurde nicht nur wegen schwerer räuberischer Erpressung zu der Jugendstrafe verurteilt. Ihm hatte die Staatsanwaltschaft auch noch mehr als 140 Drogendelikte zur Last gelegt.