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Humor: Alte Männer füttern keine Enten

Humor

Alte Männer füttern keine Enten

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    Turmschreiber Helmut Eckl hatte die Sympathien auf seiner Seite.
    Turmschreiber Helmut Eckl hatte die Sympathien auf seiner Seite.

    Ingolstadt Es ist schon immer wieder verwunderlich: Obwohl die Ingolstädter CSU für ihre jährlich veranstaltete Turmschreiber-Lesung keinerlei Werbung betreibt und sich nicht einmal ein Hinweis auf deren Homepage befindet, ist der Festsaal des Stadttheaters jedes Mal proppenvoll. Da machte auch die diesjährige, nunmehr 18. Auflage des „Selbstläufers“ keine Ausnahme. Etwa 1200 Besucher drängten sich zunächst im Foyer, um dann rasch die Plätze einzunehmen. Nach dem Einmarsch des „Orchester Martin Ott“, die den Abend musikalisch umrahmten, trat auch schon die langjährige Organisatorin der Turmschreiber-Lesung, Brigitte Fuchs, ans Mikrofon. Vor ihr in den ersten Reihen hat sich die (CSU-)Politprominenz niedergelassen. Das gab der, wie immer gut gelaunten Ex-Bürgermeisterin, die Möglichkeit auf den Abend einzustimmen. Die „Solaranlagen-Affäre“ scheint sich nicht auf das Gemüt der Stadträtin niedergeschlagen zu haben.

    Den Anfang machte Turmschreiber Helmut Eckl. Der Münchner ist in Ingolstadt kein Unbekannter, war schon bei der allerersten Turmschreiberlesung vor 18 Jahren hier. Am Freitag las er aus seinem Buch „Alte Männer füttern keine Enten“. Überspitzt, aber doch überraschend realitätsnah, berichtete Eckl von den Erlebnissen und Tücken des Älterwerdens. Ein Mann, der sich nicht alt fühlt, aber überall damit konfrontiert wird, sei es in der Sauna oder bei der Telekom-Hotline. Das Publikum war begeistert, lachte und klatschte Beifall.

    Die einzige Frau im Bunde hatte es da schon etwas schwerer. Maria Peschek sinnierte in der Rolle ihres Charakters „Paula Pirschl“ über den „Geschenke-Irrsinn“ und fragte sich, was es wohl bedeutet, ein Trimm-Dich-Rad, eine Heizdecke oder eine sprechende Waage geschenkt zu bekommen. Die Münchnerin arbeitet nicht nur als Turmschreiberin und Kabarettistin, sondern hat auch eine Ausbildung zur Erzieherin hinter sich.

    Den Abschluss bildete Josef Fendl. Zwar wollte sich der 83-Jährige aus dem Bayerischen Wald schon „zur Ruhe setzen“, wie er selbst sagt, aber nach Ingolstadt ist er trotzdem gerne gekommen. Über 60 Bücher hat der „literarische Besenbinder“ verfasst, aus einigen von ihnen gab es Kostproben wie: „Bist du das gewesen, der gestern gestorben ist, oder war das dein Bruder? - Nein, das muss schon ich gewesen sein, meinen Bruder habe ich gestern noch gesehen...“ Doch Fendl konnte auch anspruchsvoller und subtiler, wie er mehrfach bewies.

    Nach dem auch die letzten Lachmuskeln der Besucher überstrapaziert waren, war klar: Die Turmschreiberlesung wird auch 2013 wieder ein Selbstläufer sein...

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