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Neuburg/Ingolstadt

13.11.2019

Hundertschaft sucht nach vermisster Susanne Tillmann

Mit Hubschraubern, Hunden, Pferden und zu Fuß hat die Polizei in den vergangenen vier Wochen nach Susanne Tillmann gesucht. Gestern war der Bereich nördlich der Donau zwischen Bergheim und Neuburg sowie entlang der Schutter bei Dünzlau dran. 
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Mit Hubschraubern, Hunden, Pferden und zu Fuß hat die Polizei in den vergangenen vier Wochen nach Susanne Tillmann gesucht. Gestern war der Bereich nördlich der Donau zwischen Bergheim und Neuburg sowie entlang der Schutter bei Dünzlau dran. 
Bild: Gloria Geissler

Am Mittwoch durchkämmten 134 Beamte den Auwald entlang der Donau und an den Weihern zwischen Joshofen und Bergheim, eine Reiterstaffel war an der Schutter unterwegs.

Was gibt es Quälenderes als die Ungewissheit? Seit fast genau einem Monat ist Susanne Tillmann wie vom Erdboden verschluckt. Die 57-Jährige hatte am 18. Oktober gegen 6 Uhr ihr Haus im Ingolstädter Ortsteil Pettenhofen verlassen und wurde seitdem nicht mehr gesehen. Am Mittwoch suchte erneut eine Hundertschaft nach der Frau und ihrem Fahrrad.

Andreas Aichele vom Polizeipräsidium Oberbayern Nord nimmt Stellung zu der Vermisstensuche entlang der Donau.
Video: Gloria Geissler

Um 9 Uhr trafen 121 Polizeischüler aus Dachau mit Bussen am Parkplatz an der Bergheimer Staustufe ein. Nach einer kurzen Unterweisung machten sie sich zusammen mit ihren Ausbildern auf den Weg. Ein Teil suchte das nördliche Donauufer in Richtung Neuburg ab, der andere die Seen zwischen Joshofen und Bergheim. Insgesamt waren 134 Einsatzkräfte an der Suche beteiligt. Dazu kam noch eine Reiterstaffel aus Mittelfranken mit vier Pferden, die ab Mittag den Bereich rund um die Schutter bei Dünzlau absuchten.

Nach Susanne Tillmann wurde mit Hunden und Hubschraubern gesucht

Das war der dritte Großeinsatz auf der Suche nach der Vermissten. Bereits kurz nach ihrem Verschwinden im Oktober hatte die Polizei mit Hubschraubern und Hunden nach Susanne Tillmann gesucht. Ergebnislos. Anfangs seien ein paar Hinweise eingegangen, bei denen Menschen glaubten, die 57-Jährige gesehen zu haben. Diese stellten sich allerdings alle als Verwechslung heraus. Das Fahrrad sei die einzige Spur, die übrig geblieben ist, sagte Michael Graf, Pressesprecher des Polizeipräsidiums. Deswegen durchkämmten die Beamten am Mittwoch den Auwald auch entlang kleiner Wege und Trampelpfade. Zielrichtung: ein Unglücksfall, wie Andreas Aichele, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern berichtet. Für alles andere gäbe es keine Hinweise.

121 Auszubildende aus Dachau bekommen auf dem Parkplatz an der Bergheimer Staustufe die Lage geschildert, damit sie wissen, wo und wonach sie in den kommenden Stunden suchen müssen.
Bild: Gloria Geissler

Aber auch am Mittwoch wieder: Fehlanzeige. Susanne Tillmann und ihr schwarzes Trekkingrad bleiben verschwunden. Pressesprecher Andreas Graf richtet deswegen einen ernsten Appell an mögliche Fahrraddiebe: „Wir möchten ihnen ins Gewissen reden, das Fahrrad doch noch zur Polizei zu bringen oder zumindest Bescheid zu geben, wo sie es gefunden haben.“ Es komme immer wieder vor, dass Menschen Räder, die am Wegesrand unversperrt stehen oder liegen, mitnehmen und dann Angst haben, sich bei der Polizei zu melden.

Mit solch einem Fahrrad, nur in der Damen-Variante, hat die Vermisste das Haus verlassen.
Bild: Polizei Ingolstadt

Gegen 14 Uhr war der Einsatz beendet, die Hundertschaft samt Ausbildern rückte wieder ab. Aber wie geht es jetzt weiter? „Die Kollegen der Ingolstädter Kriminalpolizei werden sich besprechen und überlegen, wo und wie sie weitersuchen können“, sagt Aichele. Ob die Suche mit Tauchern Sinn macht, müsse diskutiert werden, schließlich lägen in der Region rund um Pettenhofen nicht weniger als 70 Gewässer. „Wo sollen wir da anfangen?“, fragt Aichele.

Die Enttäuschung sei momentan groß, denn die Kripo-Beamten hatten große Hoffnungen in die Suche gesetzt. Der Einsatz war aufwendig.

Aufgeben wollen die Beamten so schnell aber nicht.

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