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Ingolstadt: Audi in Ingolstadt: Fehlende Chips und wartende Kunden

Ingolstadt

Audi in Ingolstadt: Fehlende Chips und wartende Kunden

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    Wegen des anhaltenden Chipmangels stehen bei Audi in Ingolstadt die Bänder öfter still. Das spüren auch Autokäufer.
    Wegen des anhaltenden Chipmangels stehen bei Audi in Ingolstadt die Bänder öfter still. Das spüren auch Autokäufer. Foto: Armin Weigel/dpa

    Herbert Diess hat vergangene Woche für mächtig Wirbel gesorgt. Wie am Mittwoch durch Medienberichte bekannt wurde, soll der VW-Chef bei einer Aufsichtsratssitzung im September davon gesprochen haben, dass bis zu 30.000 Stellen in Gefahr sein könnten.

    Massiver Jobabbau bei VW sei "kein Thema"

    Wo einstmals auf einem Areal bei Zuchering die Autos dicht an dicht standen, finden sich jetzt nur noch vereinzelte Fahrzeuge. Wie die gesamte Automobilbranche, so hat auch Audi mit dem Chipmangel zu kämpfen. Das spüren die Mitarbeiter und Autokäuferinnen.
    Wo einstmals auf einem Areal bei Zuchering die Autos dicht an dicht standen, finden sich jetzt nur noch vereinzelte Fahrzeuge. Wie die gesamte Automobilbranche, so hat auch Audi mit dem Chipmangel zu kämpfen. Das spüren die Mitarbeiter und Autokäuferinnen. Foto: Dorothee Pfaffel

    Hintergrund der Aussage soll die zunehmende Elektrifizierung in der Automobilbranche, die Konkurrenz durch Tesla und die geringe Auslastung insbesondere des Stammwerks in Wolfsburg gewesen sein. Das Gespenst eines massiven Jobabbaus ging um, zumindest kurzfristig. Denn schon kurz nach Bekanntwerden ruderte die Konzernspitze zurück. Ein großer Jobabbau sei „kein Thema“, hieß es.

    Bei Audi in Ingolstadt sind keine Jobs in Gefahr

    Und obgleich Diess sich auf Wolfsburg bezogen haben dürfte, war auch in Ingolstadt zunächst Verunsicherung zu spüren. Aber sowohl der Betriebsrat als auch das Unternehmen selbst gaben gleich nach Veröffentlichung des Berichts Entwarnung: Die Berichte seien reine Spekulation. Die Beschäftigungssicherung, die den knapp 59.000 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen bei Audi an den beiden Standorten in Ingolstadt und Neckarsulm ihre Jobs bis zum Jahr 2029 garantiere, gelte weiterhin. Niemand muss um seine Stelle fürchten, so der Tenor.

    Bei Audi sollen bis 2025 knapp 10.000 Jobs sozialverträglich abgebaut werden

    Bereits vor zwei Jahren war bei Audi ein Stellenabbau beschlossen worden. 9500 Stellen sollen bis zum Jahr 2025 wegfallen, im Gegenzug sollen in anderen Bereichen 2000 neue Jobs geschaffen werden. Der Abbau soll im Wesentlichen auf zwei Wegen vonstattengehen. Zum einen über Regelungen zur Altersteilzeit, zum anderen werden frei gewordene Stellen nicht mehr nachbesetzt. Nach Auskunft einer Unternehmenssprecherin „haben wir deutlich mehr als ein Drittel des Abbaus sozialverträglich geschafft. Wir liegen damit gut im Zeitplan.“ Dasselbe gelte auch für den Aufbau der Stellen in Bereichen wie IT, Elektromobilität oder Batterietechnologie.

    Audi: In Ingolstadt gibt es wegen des Chipmangels immer wieder Kurzarbeit

    Auch wenn kein neuer Stellenabbau droht: Audi leidet wie andere Automobilhersteller schon seit vielen Monaten unter dem weltweiten Chipmangel. Immer wieder stehen die Bänder still und Schichten entfallen, weil Halbleiter fehlen. So auch in dieser Woche. Auf der Linie 1 arbeitet nur die Frühschicht, und das auch nur von Montag bis Donnerstag. Auf der Linie 2 arbeitet allein die Nachtschicht von Dienstag bis Donnerstag und die Linie 3 steht komplett still. Im Ingolstädter Werk könnten im Jahr an die 600.000 Autos gefertigt werden – eigentlich. Doch bereits im vergangenen Jahr, als wegen Corona Produktionsstopp herrschte, waren es nur 338.095 (2019: 441.608). Im ersten Halbjahr 2021 waren es nach Auskunft des Unternehmens mit 180.329 Fahrzeugen zwar deutlich mehr als im Vorjahreszeitraum, doch eine Prognose für das gesamte Jahr gibt es noch nicht.

    Die Folgen spüren nicht nur die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die in Kurzarbeit geschickt werden, sondern auch Menschen, die sich ein Auto kaufen möchten.

    Kunden müssen mehr als ein Jahr auf einen Audi RSQ8 warten

    Denn die müssen mit Lieferzeiten zwischen vier Monaten für einen Audi A4 und bis zu 15 Monaten für einen RSQ8 rechnen, erklärt Helmut Reiter. Er ist Verkaufsleiter beim Autohaus Prüller in Neuburg. Gerade, wenn die Kunden gewisse Ausstattungsmerkmale wie eine Anhängerkupplung oder ein Schiebedach wünschen, für deren Herstellung die Chips vonnöten sind, verzögere das den Auslieferungstermin. Aber auf dem Markt gibt es nicht nur weniger Neuwagen, sondern auch weniger Gebrauchtfahrzeuge. Denn wer auf sein neues Auto lange warten muss, der verkauft sein altes nicht so leicht. Auch die Leasingverträge für Autos werden öfter verlängert, hat Reiter beobachtet. Zudem brummt das Leihwagengeschäft. Wenn das alte Auto kaputt oder verkauft ist oder der Leasingvertrag dann doch ohne Verlängerungsmöglichkeit ausläuft und der Neuwagen noch nicht vor der Tür steht, dann brauchen inzwischen viele für eine gewisse Zeit einen Leihwagen zur Überbrückung.

    Dem Autohaus selbst gehen die Autos nicht aus

    Doch obwohl die Lieferzeiten im Moment länger sind als normalerweise, gibt Reiter Entwarnung: Im Autohaus selbst gebe es genügend Fahrzeuge zu kaufen und auch die Bestellungen für die Ausstellung vor Ort sind alle zugesichert worden.

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