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Ingolstadt: In Ingolstadt soll es bald eine Selbsthilfegruppe für Covid19-Patienten geben

Ingolstadt

In Ingolstadt soll es bald eine Selbsthilfegruppe für Covid19-Patienten geben

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    Manche Patienten haben lange mit den Folgen einer Covid19-Erkrankung zu kämpfen. Eine Betroffene aus Ingolstadt will jetzt eine Selbsthilfegruppe gründen.
    Manche Patienten haben lange mit den Folgen einer Covid19-Erkrankung zu kämpfen. Eine Betroffene aus Ingolstadt will jetzt eine Selbsthilfegruppe gründen. Foto: Bodo Schackow/dpa (Symbolbild)
    In einem Video des Bundesgesundheitsministeriums berichtet die Ingolstädterin Anne L. von ihrer Covid19-Erkrankung.
    In einem Video des Bundesgesundheitsministeriums berichtet die Ingolstädterin Anne L. von ihrer Covid19-Erkrankung. Foto: Luzia Grasser

    „Mein Name ist Anne. Ich hatte Corona. Und das ist meine Geschichte.“ Annes Geschichte ist zu sehen in einem Video des Bundesgesundheitsministeriums. Sie beginnt damit, dass sich die 51-Jährige aus Ingolstadt, gesund, zupackend und voller Tatendrang, immer schwächer fühlte. Sie wurde kraftlos, unkonzentriert, konnte nichts mehr riechen und schmecken.

    Es war Mitte März, der erste Lockdown hatte gerade begonnen. Sie ließ sich auf das Coronavirus testen. Der Arzt machte einen Wangenabstrich – negativ. Die Heilerziehungspflegerin ging weiter arbeiten, wollte funktionieren, es klappte immer weniger. Zwei Wochen später, sie wurde immer schwächer. Diesmal ein Rachenabstrich beim Arzt – wieder negativ. Drei Monate später, nach einem Antikörpertest, stellte sich heraus: Die Tests haben ein falsches Ergebnis geliefert. Anne L., die mit psychisch kranken Menschen arbeitet, hatte sich bei einer Klientin mit Covid19 angesteckt. Ihre Geschichte ist auch neun Monate nach den ersten Symptomen noch nicht zu Ende, noch immer kann sie nicht arbeiten und ist krankgeschrieben.

    Anne L. aus Ingolstadt möchte eine Selbsthilfegruppe für Menschen gründen, die an den Langzeitfolgen einer Corona-Erkrankung leiden

    Um anderen Menschen aus der Region, die wie sie an den Langzeitfolgen einer Corona-Infektion leiden, zu helfen, möchte die Ingolstädterin eine Selbsthilfegruppe gründen. Wenn Anne L. von ihren Symptomen berichtet, dann liest sie aus einer langen, schier nicht enden wollenden Liste vor. Und es sind längst nicht nur Dinge, die typisch erscheinen für eine Lungenkrankheit: Haarausfall, Atemnot, Zittern, ein Hin und Her zwischen viel zu niedrigem und viel zu hohem Blutdruck, Albträume, Verwirrtheit. Die Ingolstädterin konnte nicht mehr gerade aus laufen, stieß oft an. Sie ließ Gegenstände auf den Boden fallen, vergaß einfachste Dinge. „Ich habe mich immer mehr zu einem dementen Menschen entwickelt“, sagt sie. Nicht alle Symptome sind zur selben Zeit aufgetreten. An einem Tag sah sie schlecht, am nächsten war ihr ständig schwindlig. „Wenn mir im März jemand gesagt hätte, was alles kommen würde, ich hätte es nicht geglaubt“, sagt sie. Als sie im Krankenhaus schließlich durchgecheckt worden ist – da war es schon Juli – , wurde eine Lungenentzündung diagnostiziert. Von da ab war sie krankgeschrieben. Selbst infiziert hat Anne L. ihres Wissens nach aber niemanden mit dem Coronavirus.

    Die Frau aus Ingolstadt muss regelmäßig zur Reha

    Vieles sei mittlerweile besser geworden, sagt Anne L.. Doch noch immer ist sie müde, kurzatmig, erschöpft, der Appetit ist weg. Schlafen kann sie inzwischen wieder nur mit starken Schlafmitteln. „Corona hat mir meine Selbstständigkeit genommen“, sagt Anne L. im Film, der auf Youtube abrufbar ist (#IchHatteCorona). Im Februar möchte sie gerne wieder arbeiten, „aber ich habe Angst, dass ich nicht funktioniere“. Die Ärzte glauben sowieso, es sei da noch zu früh. Inzwischen geht Anne L. regelmäßig zur Reha, trainiert ihr Gleichgewicht, ihre Ausdauer und ihre Muskeln. Und hofft, irgendwann wieder komplett gesund zu werden. Doch sie weiß: „Es liegt noch Arbeit vor mir.“

    Anne L. möchte in Ingolstadt eine Selbsthilfegruppe gründen

    Geholfen hat ihr in den vergangenen Monaten ein Selbsthilfegruppe auf Facebook. Nun möchte Anne L. selbst Ansprechpartnerin werden für Menschen aus der Region, die mit körperlichen, aber auch mit psychischen Folgen einer Covid19-Erkrankung zu kämpfen haben. Sie will ihnen das Gefühl geben, dass sie mit ihrer Erkrankung ernst genommen werden. So, wie sie sich selbst das oftmals gewünscht hätte.

    Wer Kontakt zu Selbsthilfegruppe für Post Covid/Long Covid aufnehmen möchte, der kann sich an die Selbsthilfekontaktstelle im Ingolstädter Gesundheitsamt unter der Nummer 0841/305-1465 oder per Mail an selbsthilfekontaktstelle@ingolstadt.de wenden.

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