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Jubiläum: Das Brautkleid war geliehen

Jubiläum

Das Brautkleid war geliehen

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    Zur Eisernen Hochzeit von Fridolin und Christine Leikam gratulierten Tochter Maria Fries, Pflegedienstleiter Daniel Schiele, Zweiter Bürgermeister Reinhold Bauch, Heimleiterin Dorothea Schieker und Sohn Fridolin Leikam (von links).
    Zur Eisernen Hochzeit von Fridolin und Christine Leikam gratulierten Tochter Maria Fries, Pflegedienstleiter Daniel Schiele, Zweiter Bürgermeister Reinhold Bauch, Heimleiterin Dorothea Schieker und Sohn Fridolin Leikam (von links). Foto: Foto: Geyer

    Neuburg-Schrobenhausen/Wellheim Ein ganz besonderes Jubiläum haben vor Kurzem die ehemaligen Neuburger Fridolin (geb. 1921) und Christine Leikam (geb. 1924) gefeiert: Sie haben am 1. Februar vor sagenhaften 65 Jahren geheiratet. Im Seniorenzentrum Wellheim, wo die beiden mittlerweile leben, haben sie mit ihren Kindern und Enkelkindern auf diesen Tag angestoßen. Wellheims Zweiter Bürgermeister Reinhold Bauch gratulierte dem Paar und überbrachte auch die schriftlichen Glückwünsche des Bayerischen Ministerpräsidenten und einen Bildband über Bayern. „Das ist die erste Eiserne Hochzeit, die wir in den fünf Jahren seit unserer Eröffnung in unserem Heim haben“, freute sich auch Heimleiterin Dorothea Schieker und schloss sich mit ihrem Team den Gratulanten an.

    Die Leikams erinnern sich noch gerne an die Zeit, als sie sich kennengelernt haben. Es waren andere, härtere Zeiten: Der Krieg, in dem Fridolin Leikam am Neuburger Flugplatz gearbeitet hatte, war gerade mal vorbei und man musste sehen, wie man durchkommt. Die Jubilare sind beide in Neuburg aufgewachsen, man hatte sich schon öfter gesehen, doch irgendwann hatte es gefunkt: Aus ein paar Blicken entwickelte sich langsam eine lange Liebe. Am 1. Februar 1947, vor genau 65 Jahren, gaben sie sich zuerst vor dem Standesbeamten und dann in der Heilig-Geist-Kirche in Neuburg das Jawort. „Das Brautkleid haben wir von der befreundeten Familie Fiedler geliehen“, erinnert sich Fridolin Leikam und ergänzt noch, dass man sich die Lebensmittel für das Hochzeitsmahl aus der Nachbarschaft zusammengetauscht hatte. Die Eltern der Braut betrieben damals noch in der Rohrenfelder Straße einen Bauernhof, der Vater des Bräutigams verdiente den Familienunterhalt ebenfalls in einer kleinen Landwirtschaft in der Gustav-Philipp-Straße. So wurde trotz der schwierigen Zeit eine zünftige Hochzeitsfeier ermöglicht.

    1955 machte Fridolin Leikam die Meisterprüfung und eröffnete auf dem väterlichen Grundstück seine Schlosserei, die er bis 1995 weiterführte. Beim Gesellenverein war der stadtbekannte Schlossermeister ein gern gesehenes Mitglied, und bei der Innungskrankenkasse arbeitete er in der Vorstandschaft mit. Drei Söhne und eine Tochter zogen die Leikams auf, ein Sohn verstarb bereits vor rund 28 Jahren.

    Neun Enkelkinder und ein Urenkel gratulierten dem Jubelpaar. Tochter Maria und der älteste Sohn Fridolin überbrachten ein Fotoalbum mit den Grüßen aller Angehörigen der Großfamilie. Das Ehepaar Leikam war bis vor ein paar Jahren noch sehr unternehmenslustig, fuhr gerne zum Wandern oder Bergsteigen nach Österreich und investierte viel von seiner Freizeit in den Garten. Als beide einen Schlaganfall erlitten hatten, machten ihnen die gesundheitlichen Folgen immer mehr zu schaffen, sodass sie ins Seniorenzentrum nach Wellheim umzogen. Fridolin Leikam liest noch gerne die Tageszeitung. Für junge Eheleute, die auch einmal dieses seltene Jubiläum feiern möchten, hat er einen Tipp: „Man muss sich treu bleiben, Verlässlichkeit und Humor beweisen und sich auch geistig nicht so weit voneinander entfernen.“

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