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Ingolstadt

05.07.2019

Landgericht Ingolstadt: Lehmann-Prozess dauert länger 

Ingolstadts Ex-OB Alfred Lehmann muss sich derzeit vor dem Landgericht Ingolstadt verantworten. Ein Urteil könnte Anfang August fallen.
Bild: Ulrich Wagner

Erst im August soll das Urteil im Prozess gegen Ingolstadts Ex-OB Alfred Lehmann fallen. Ein Immobiliensachverständiger muss sein Gutachten präzisieren.

Eigentlich sollte das Urteil im Prozess gegen Ingolstadts Alt-OB Alfred Lehmann am 30. Juli, dem 20. Verhandlungstag, fallen. Doch daraus wird nichts, der Prozess geht in die Verlängerung. Denn das Gericht will eine präzisierte Aussage eines Immobiliengutachters einholen.

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Hat Ex-OB-Lehmann angemessene Preise gezahlt?

Der Sachverständige aus München war bereits mehrfach den Prozessbeteiligten Rede und Antwort gestanden. Seine Aufgabe war es, herauszufinden, ob die Preise, die Lehmann für die Studentenwohnungen auf dem Areal der ehemaligen Pionierkaserne und für seine eigene Wohnung an der Sebastianstraße gezahlt hat, angemessen waren oder ob er sie deutlich billiger als die übrigen Käufer erworben hat, wovon die Staatsanwaltschaft ausgeht. Da der Gutachter aber den Preis einer bestimmten Wohnung nicht – wie von der Verteidigung beabsichtigt – in sein Vergleichsgutachten miteinbezogen hatte, wird er ein weiteres Mal ans Landgericht kommen.

In seinen vorangegangenen Aussagen war er zu dem Schluss gekommen, dass der Marktwert von Lehmanns Privatwohnung (als Rohbau) im Sommer 2013 bei rund 570.000 Euro gelegen war. Damals hatte der 69-Jährige eine Reservierungsvereinbarung für die Immobilie unterzeichnet, und zwar zu einem Preis von 456.000 Euro. Das liegt genau 20 Prozent unter dem errechneten Preis des Gutachters, aber diese Differenz sei „nicht auffallend marktunüblich“, betonte der Experte. Bedeutet: Auf dem Immobilienmarkt schwanken die Preise teils deutlich, ein derartiger Unterschied könne durchaus vorkommen.

Das Landgericht Ingolstadt will sein Urteil im Lehmann-Prozess am 2. August verkünden

Lehmann hatte die Wohnung schließlich 2015 als Rohbau-Wohnung gekauft, sie sich dann vom mitangeklagten Bauträger aber noch ausbauen lassen. Zunächst habe er rumänische Handwerker engagieren wollen, sagte Lehmann. Ein Rumäne hatte diese Pläne vor Gericht auch bestätigt. Die Anklage geht jedoch davon aus, dass Lehmann erst weitere Gelder für den Ausbau an den Bauträger überwiesen habe, als er von seinem Nachfolger Christian Lösel auf den Preis angesprochen worden sei. Lehmann hatte für seine Wohnung nach eigener Aussage letztendlich 680.000 Euro (für die Normalausstattung) bezahlt, der Gutachter hat einen Vergleichswert von 817.000 Euro errechnet. Der Prozess wird am 24. Juli fortgesetzt, das Urteil soll am 2. August fallen.

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