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Neuburg: Für 300 Arbeiter bei Faurecia wird es ernst

Neuburg

Für 300 Arbeiter bei Faurecia wird es ernst

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    Rund 300 Arbeitsplätze stehen im Neuburger Zweigwerk des französischen Autozulieferers Faurecia zur Disposition.
    Rund 300 Arbeitsplätze stehen im Neuburger Zweigwerk des französischen Autozulieferers Faurecia zur Disposition. Foto: Xaver Habermeier

    Für die Mitarbeiter des Neuburger Faurecia-Zweigwerks brechen harte Zeiten an. Erstmals sprach die Geschäftsleitung des französischen Autoherstellers um Zweigstellenleiter Enno Harding bei einer Betriebsversammlung am Freitag von etwa 300 Entlassungen, sollte sich kein Folgeauftrag finden. Zuvor ist bereits bekannt geworden, dass das Neuburger Werk mit rund 1000 Mitarbeitern einen Großauftrag des Automobilherstellers Audi an die örtliche Konkurrenz, den Autozulieferer Magna verloren hat. Dabei handelt es sich um die Produktion der Autositze für die A3-Reihe des Autoriesen Audi.

    Neben der vormaligen Spekulationen, die sich durch die Betriebsversammlung als wahr erwiesen haben, werden weitere brisante Details bekannt. Erich Seehars, politischer Sekretär der IG Metall in Ingolstadt, betreut sowohl die Angestellten bei Faurecia als auch bei Magna. Er berichtet, dass es bis Mitte 2016 eine Auftrags-Rochade bei den Autoteilezulieferern geben wird. Auslöser dafür ist eine Umstrukturierung der Audi-Produktion. Der kanadische Autozulieferer Magna, der sich ebenso wie die französische Konkurrenz von Faurecia im Speckgürtel um Ingolstadt angesiedelt hat, produzierte bislang die Sitze für die Geländelimousine Q5. Der Auftrag soll mit dem Neubau des Audi-Werks in Mexiko ebenfalls nach Amerika abwandern, erklärt Seehars.

    Magna erhält alternativ den Zuschlag für die Produktion der A3-Sitze. Also für den Sitz, der laut internen Berichten etwa die Hälfte der Produktion bei Faurecia in Neuburg ausmacht. Vom Auftragsverlust erfahren die Faurecia-Mitarbeiter Anfang Februar. Seitdem lässt der nicht für seine Gesprächsbereitschaft bekannte Konzern die Arbeiter über Gründe und Folgen im Unklaren. Eine erste Betriebsversammlung am 27. Februar mit einem der deutschlandweiten Geschäftsführer, Hagen Wiesner, hat die Belegschaft unterrichtet. Die Mitarbeiter bestehen auf weitere Zahlen vonseiten der Konzernleitung. Auch die Versammlung am Freitag findet eine Fortsetzung. Wann genau der Termin sein wird, weiß Erich Seehars nicht. „Wahrscheinlich bis zum 24. März. Dann findet eine Betriebsversammlung bei Audi statt.“

    Wie wahrscheinlich ein kurzfristiger Nachfolgeauftrag ist, kann der Gewerkschaftler nicht abschätzen. Das sei jedenfalls die Ideallösung, sagt Seehars. Sollte kein Kompensationsgeschäft zustande kommen, sind die Entlassungen nicht mehr abzuwenden. Dann greife ein Sozialplan, der bislang nicht näher bestimmt ist. Ideal für die Mitarbeiter wäre nach der Einschätzung Seehars’ ein Sozialtarifvertrag. Doch über Konditionen, den Zeitpunkt und die genaue Anzahl der drohenden Stellenstreichungen gibt es noch keine näheren Informationen.

    Denkbar ist, dass Magna im nächsten Jahr zusätzliche Arbeitskräfte benötigt. Doch für Faurecia-Mitarbeiter könne das im Moment nur eine Notlösung sein. Der kanadische Konzern Magna zahlt für quasi gleiche Arbeit rund ein Drittel weniger als der französische Konkurrent, berichtet Seehars. Auf Gesprächsangebote vonseiten der IG Metall reagiere Magna „zugeknöpft“. Dennoch verfolgt die Gewerkschaft weiter das Ziel, das Lohngefälle auszugleichen. Audi soll dabei behilflich sein.

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