Neuburg wird Hochschulstandort. Los geht es im kommenden Herbst mit voraussichtlich 80 Studenten. Bis zum Jahr 2030 sollen einmal 1200 Studenten die Außenstelle der Technischen Hochschule Ingolstadt (THI) besuchen und damit die Stadt bevölkern. Viele von ihnen werden eine kleine, preisgünstige Wohnung vor Ort suchen. Nur: Bezahlbarer Wohnraum ist schon jetzt knapp. Und auch im Bereich Verkehr könnten Herausforderungen auf die Stadt zukommen. Nicht jeder Student wird mit dem Zug anreisen. Einige werden auf ein Auto zurückgreifen und damit den bestehenden Verkehr verstärken. Der ist schon jetzt auf hohem Niveau (lesen Sie hier mehr dazu). Auch die Frage nach Parkraum wird sich stellen. „Wir stehen vor großen Aufgaben“, sagt Oberbürgermeister Bernhard Gmehling, angesprochen auf die Veränderungen in der Stadt, die der Campus mit sich bringen wird. Wie wollen die Verantwortlichen diese angehen?
Campus in Neuburg: Wie sich die Stadt auf Studenten vorbereitet
Bezüglich des Wohnraums wird es eine Lösung direkt auf dem Campus geben. Das Studentenwerk Erlangen-Nürnberg will ein Wohnheim mit Apartments bauen. „Die genaue Anzahl der Wohnungen steht noch nicht fest“, sagt Gmehling. Ursprünglich seien mehr als 200 Apartments geplant gewesen. Wegen des Denkmalschutzes auf dem Lassigny-Areal, wo der Campus entsteht, könnten es allerdings weniger werden, berichtet der Oberbürgermeister. „Das freut uns nicht.“
THI-Präsident Prof. Walter Schober kündigt an, dass es nach wie vor Ziel sei, bezüglich der Studentenwohnungen die Marke von 200 zu erreichen. So könnte man jeden sechsten Student direkt auf dem Campus-Areal unterbringen. Dazu rechne er mit einigen Studenten, die aus der Region kommen und somit keine neue Wohnung im Raum Neuburg benötigen.
Hochschulstandort Neuburg: Es braucht Wohn- und Parkraum
Trotzdem wird auch außerhalb des Hochschulgeländes weiterer Wohnraum nötig sein. „Wir werden es wahrscheinlich nicht schaffen, alle erforderlichen Wohnungen auf dem Campus bereitzustellen“, ist sich Gmehling bewusst. Nach seinen Angaben sei man jedoch „auf einem guten Weg“, weiteren Wohnraum in Neuburg zu schaffen. Der Rathauschef zählt exemplarisch die Projekte in der Eybstraße, am Donauwörther Berg und im Siedlerweg in Feldkirchen auf.
Auch neuen Parkraum wolle man schaffen. Grundsätzlich werden die neuen Studentenwohnungen auf dem Campus Stellplätze beinhalten, kündigt Gmehling an. Wie genau das Areal angelegt wird, steht allerdings noch nicht fest.
Der Campus in Neuburg soll verkehrsberuhigt sein
Grundsätzlich will man einen verkehrsberuhigten Campus, so Schober. Abgesehen von Ausnahmen, etwa für Lieferanten, soll kein Verkehr hindurchkommen. Vielmehr soll ein „grünes“ Gelände entstehen, getreu dem Fächerangebot, das vor allem auf den Bereich Nachhaltigkeit abzielt. Auch Freizeitanlagen sind vorgesehen.
Parkplätze müssten am Rande des Hochschulgeländes entstehen. Auch für Fahrräder will man 100 Stellplätze auf dem Campus schaffen, sagt Gmehling. Überhaupt müsse man die Infrastruktur der Stadt für die neuen Studenten genau betrachten. Dazu zählen die Bereiche Fahrrad und Bus. „Und auch die Staatsstraße 2035 gehört dazu“, verweist Gmehling auf die Osttangente mit zweiter Donaubrücke – und die zähen Debatten darum. „Ich hoffe, dass wir hier schnell weiterkommen.“
Für die Kultur habe Neuburg "schon viel getan"
Neben Wohnen und Verkehr wird es auch um das Thema Freizeit gehen. „Man muss jungen Leuten Attraktivität schaffen“, formuliert THI-Präsident Schober seine Erwartung an die Stadt. Beispielsweise sei eine aktive Kneipenszene wichtig. Im Bereich Kultur dürfte Neuburg jedoch gut aufgestellt sein. „Hier wurde schon viel getan“, lobt Schober.
Lesen Sie auch:
- Umbau, Professoren, Bewerbung: Neuburger Campus nimmt Fahrt auf
- Neuer Campus: Neuburg muss diese Chance jetzt nutzen