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Neuburg: Renaturierung und Beschnitt: Diese Frischekur bekommen Neuburger Fließgewässer

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Renaturierung und Beschnitt: Diese Frischekur bekommen Neuburger Fließgewässer

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    Die Neuburger Bäche erfüllen wichtige Entwässerungsfunktionen. Hier läuft der Gießgraben zwischen Laisacker und Hesselohe nach Starkregen über.
    Die Neuburger Bäche erfüllen wichtige Entwässerungsfunktionen. Hier läuft der Gießgraben zwischen Laisacker und Hesselohe nach Starkregen über. Foto: W. Rein

    35 Kilometer lange Bäche und Gräben durchfließen das Neuburger Stadtgebiet, insbesondere natürlich im Umland. Einige Abschnitte sind in schlechtem Zustand, deshalb macht die Stadt heuer mit ihrem „Gewässerentwicklungsplan“ Ernst. 40.000 Euro sind dafür im Haushalt 2021 vorgesehen, 77.000 Euro kostet das erste Sanierungspaket.

    Es geht um die Renaturierung der Gräben, Beschnitt der Hecken, Abmähen der Böschungen und Schlammräumung der Gewässersohle. So sollen zum Beispiel im Rothenbach und im Alten Längenmühlbach Heinrichsheim, im Seeanger und Zeller Kanal bei Zell-Bruck, im Dessaugraben bei Maxweiler, im Heiligenaugraben Sehensand und im Gießgraben von Bittenbrunn über Hesselohe bis zur Mündung an der Arcogrotte die Anlandungen aller Art ausgeräumt werden. Von starkem Bewuchs an Unterwasserpflanzen betroffen sind der Bahngraben Maxweiler, der Zeller Kanal und der Moosgraben in Neuburg-Bergen. Der nördliche Stadtteil ist gleich mit acht kleinen Bachläufen gesegnet.

    In Neuburg geht es um den Naturschutz

    Für diese Gewässer III. Ordnung ist stets die Kommune zuständig. Es geht darum, eine gewisse Entwässerungsleistung vor allem bei Starkregen zu sichern und die Gräben gleichzeitig durchgängig und ökologisch wertvoll zu halten. Deshalb werden auch Anlandungen etwa im Auschlößchengraben Laisacker oder im Neuburger Längenmühlbach weitgehend in Handarbeit erledigt. Biberdämme werden entfernt, Großbäume bleiben stehen - soweit sie der Biber nicht bereits umgelegt hat. Schilfstreifen und Rückzugsräume für Tiere sollen ebenfalls berücksichtigt werden, versichert Tiefbauamtschefin Carmen Niggemeyer.

    Mit der Erfindung der Grabenfräsen in den 80er/90er Jahren zogen schwere Zeiten für die Amphibienwelt herauf. Ein rotierender Fräskopf ließ von Fröschen, Fischlein und Larven im Kleingewässer nichts mehr übrig. Mittlerweile wird schonendere Technik eingesetzt. Das sei auch höchste Zeit, findet Stadtrat Alfred Hornung, „noch immer wird manchmal alles im Wasser niedergemacht.“ Der CSU-Fraktionschef verlangt deshalb bei der städtischen Gewässersanierung „mehr Sensibilität und keinen überzogenen Ordnungssinn.“ Miteinander verbundene Kleingewässer seien hervorragende Biotope für Flora und Fauna.

    Entwässerung muss in Neuburg auch bei Starkregen gegeben sein

    Der Neuburger Gewässerentwicklungsplan ist auch ein Geduldswerk. Vom damaligen Amtsleiter Paul Leikam in Gang gebracht, war er bereits vor 15 Jahren von der Stadtpolitik beschlossen worden. Jetzt werden die ersten Schritte nach dem Konzept der Ingolstädter Landschaftsarchitekten PlanungsGruppe Süd umgesetzt.

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