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Neuburg: Töpfermarkt abgesagt: Was wird aus den Neuburger „Herrschaftszeiten“?

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Töpfermarkt abgesagt: Was wird aus den Neuburger „Herrschaftszeiten“?

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    Den Neuburger Töpfermarkt wird es in diesem Jahr wieder nicht geben. Auch 2020 ist der Markt rund um schöne Keramik, Schmuck und allerlei Dekoration wegen der Corona-Pandemie ausgefallen.
    Den Neuburger Töpfermarkt wird es in diesem Jahr wieder nicht geben. Auch 2020 ist der Markt rund um schöne Keramik, Schmuck und allerlei Dekoration wegen der Corona-Pandemie ausgefallen. Foto: Silke Federsel (Archiv)

    Die Neuburger „Herrschaftszeiten“ stehen vor einer ungewissen Zukunft. Nach dem Umzug der Mut-zum-Hut-Schau nach Ingolstadt hat die Veranstaltungsreihe in Neuburg einen Bestandteil verloren. Und auch die anderen Events der Reihe stehen heuer coronabedingt auf der Kippe. Mit dem Neuburger Töpfermarkt ist eines nun offiziell abgesagt.

    Neuburger Töpfermarkt abgesagt: Veranstalter ist auf Innenräume angewiesen

    Zuletzt habe sie Hoffnung gehabt, dass es doch noch klappt, sagt Organisatorin Claudia Unger. Doch nun, da die Planungen für den Töpfermarkt in die heiße Phase gehen, habe sie eine Entscheidung treffen müssen, sagt Unger. Und leider kam sie um eine Absage nicht umhin. „Ich kann das Hygienekonzept nicht einhalten.“ Deswegen sei sie nun an die Stadt herangetreten, um diesen Schritt zu verkünden. Zwar ist unklar, wie sich Pandemielage und die dazugehörigen Schutzmaßnahmen bis zum dritten Wochenende im September entwickeln. Möglicherweise werden die Auflagen jedoch zu hoch sein, als dass der Markt ordentlich über die Bühne gehen kann, befürchtet Unger, und benennt einen entscheidenden Punkt: „Wir sind keine reine Freiluft-Veranstaltung.“ Man sei auch auf Innenräume angewiesen. Wenn in einer Halle jedoch nur 50 Menschen zugelassen sind, und darunter sich bereits 25 Aussteller befinden, „geht das überhaupt nicht“, betont die Organisatorin.

    Es wäre heuer die 41. Auflage des Töpfermarktes gewesen. Es würden rund 100 Keramiker sowie 20 bis 25 Aussteller auf dem Bauernmarkt ihre Waren anbieten. 8000 bis 12.000 Besucher seien unter normalen Umständen zu erwarten, so Unger. Aufgrund möglicher Corona-Maßnahmen würden wohl deutlich weniger Besucher kommen, wodurch Veranstalter und Aussteller nicht mehr wirtschaftlich arbeiten könnten. Unger blickt nun auf das Jahr 2022, genauer den 17. und 18. September. An diesem Termin soll der Töpfermarkt wieder öffnen – aber natürlich auch das unter Vorbehalt. „Die Leute warten darauf, es gibt so viele Stammkunden“, ist Unger hoffnungsvoll.

    Mut-zum-Hut-Schau ist von Neuburg nach Ingolstadt abgewandert

    Die "Mut-zum-Hut"-Schau wandert von Neuburg nach Ingolstadt ab.
    Die "Mut-zum-Hut"-Schau wandert von Neuburg nach Ingolstadt ab. Foto: Alexandra Maier (Archiv)

    Neben dem Töpfermarkt haben bislang drei weitere Veranstaltungen die Neuburger „Herrschaftszeiten“ ausgemacht: die Mut-zum-Hut-Schau, die Barockkonzerte und die Weinbörse. 2020 fiel die Reihe wegen Corona bereits ins Wasser, jetzt ist ihr Fortbestand unklar.

    Hintergrund ist der Weggang der Mut-zum-Hut-Schau nach Ingolstadt. Natürlich sei sie ein wenig traurig, nach 22 Jahren Neuburg zu verlassen, sagt die Künstlerin Ute Patel-Mißfeldt, die Macherin hinter der weltgrößten Hutschau. Doch sie sei verärgert gewesen, nicht entsprechend über die Sanierung des Schlosses informiert worden zu sein, wie sie sagt. Überhaupt habe sie sich nicht genügend wertgeschätzt gefühlt in Neuburg, sodass sie und ihre Tochter nun in Ingolstadt neu anfangen – sofern dies heuer wegen Corona möglich ist. „Wir müssen so oder so planen“, sagt Patel-Mißfeldt. „Ohne Planung keine Hutschau.“ Ob diese Vorbereitungen lohnend sind, wird sich erst zeigen. „Ich hoffe, dass Ende September der Spuk vorbei ist“, so die Künstlerin. „Aber das wissen wir alle nicht.“ Lassen es die Umstände zu, wird sie die Veranstaltung im Ingolstädter Schloss und Schlosshof um ein neues Element erweitern: eine Oldtimer-Ausstellung. „Damit die Männer auch etwas haben“, sagt Patel-Mißfeldt und lacht.

    „Herrschaftszeiten“: Stadt Neuburg möchte eine mehrtägige Freiluftveranstaltung

    Die Stadt Neuburg möchte den Weggang der Hutschau kompensieren, mit einer mehrtägigen Freiluftveranstaltung unter dem Arbeitstitel „Neuburg leuchtet“.

    Die Neuburger Barockkonzerte sollen nicht komplett aus dem diesjährigen Veranstaltungskalender verschwinden, sie werden planmäßig jedoch kleiner ausfallen. Laut Organisator Tobias Böcker plant man aktuell zwei Konzerte unter corona-konformen Bedingungen – ein Jazz- sowie ein Barockkonzert. Details dazu wollen die Veranstalter noch bekannt geben.

    „Wir möchten unbedingt“, betont Ina Bergbauer-Zagel, die Veranstalterin der Weinbörse. Doch was im November möglich sein wird, ist derzeit unklar. Bergbauer-Zagel hat trotzdem die Planungen aufgenommen. Möglicherweise könne man mit Einlassbeschränkungen arbeiten, überlegt sie. Eine Entscheidung wird sie wohl Anfang/Mitte September treffen. Elementar dafür wird sein, wie einschneidend die Corona-Auflagen ausfallen werden. „Eine Weinverkostung muss Spaß machen“, so Bergbauer-Zagel. Dem möglichen Vorwurf, dass sich weinselige Besucher nicht mehr an Vorschriften halten, will sie sich nicht aussetzen. Außerdem müsse man kostendeckend arbeiten.

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