Sich in Form eines Ferienausschusses zu verkleinern, hat der Neuburger Stadtrat zuletzt abgelehnt. Nun versucht es die CSU auf anderem Wege, das Gremium zu einer Vorsichtsmaßnahme gegen Corona zu bewegen. Die Fraktion hat einen Antrag gestellt, dass sich Teilnehmer vor den Sitzungen einem freiwilligen Corona-Schnelltest unterziehen lassen können. „Wir glauben, dadurch könnten wir uns besser schützen und würden unserer Vorbildfunktion gerecht, zumal die Sitzungen doch mit vielen Personen stattfinden“, heißt es im Antrag. Doch davon war nicht jeder überzeugt.
Stadtrat Neuburg: CSU-Fraktion beantragt Corona-Schnelltests
Für Verwirrung hatte im Vorfeld der Sitzung eine Nachricht von Oberbürgermeister Bernhard Gmehling an den Leiter des Gesundheitsamtes, Johannes Donhauser, gesorgt. Gmehling hatte sich erkundigt, ob durch die Tests die Maskenpflicht im Gremium wegfallen könnte. Doch so war der Antrag nicht gemeint, stellte Alfred Hornung (CSU) in der Sitzung am Dienstagabend klar. „Wir wollen nicht auf Masken verzichten, es geht nur um eine zusätzliche Sicherheit“, betonte er.
Grundsätzlich seien Schnelltests eine gute Sache, meldete sich Bernhard Pfahler (FW) zu Wort. Diese müssten jedoch von qualifizierten Kräften durchgeführt werden, ansonsten rate er davon ab, so Pfahler. Außerdem wies er auf den Faktor Zeit hin. Die Auswertung eines solchen Tests benötige etwa zehn Minuten. Es müssten bestimmte Zeitfolgen eingehalten werden, weshalb nicht zu viele Tests gleichzeitig stattfinden können. In der Folge müssten die Mitglieder des Stadtrates wohl fast eine Stunde vor Beginn der Sitzung kommen, um den Zeitplan einzuhalten. Auf den Wunsch, die Tests nur von professioneller Hand machen zu lassen, antwortete Hornung: „Das ist doch selbstverständlich. Ich sehe es nicht ein, so etwas extra im Antrag zu erwähnen.“
Corona-Schnelltests im Neuburger Stadtrat: So mancher äußert Bedenken
Auch Ralph Bartoschek (SPD) äußerte Bedenken. Grundsätzlich könnten die Tests bei professionellem Einsatz weiterhelfen. Jedoch seien Nasentests möglicherweise problematisch. Sie könnten wehtun und seien noch dazu etwas Intimes, so Bartoschek, der deshalb von Nasentests absehen würde. „In Schulen und Kitas müssen wir das auch hinbekommen“, entgegnete Gabriele Kaps (CSU). Zwar sehe auch sie Schwierigkeiten in der Organisation. Doch diese seien zu bewältigen. „Wir wollen eine zusätzliche Sicherheit für uns und die Verwaltung“, so Kaps. Sie wünsche sich, dass man als Stadtrat „ein Zeichen setzt“.
Das Gremium stimmte dem Antrag mit 24:6 zu. Doch OB Gmehling ließ erneut abstimmen, dieses Mal zur Frage, wer sich tatsächlich dem freiwilligen Test unterziehen würde. Neben zwei Stadträten, die bereits dienstlich regelmäßig getestet werden, meldeten sich sechs Stadträte. Daraufhin gab Gmehling zu, „etwas ratlos“ zu sein – schließlich mache es wenig Sinn, die Tests durchzuführen, wenn nicht alle mitmachen. Manfred Enzersberger (CSU) schlug vor, die Schnelltests in den kommenden Sitzungen auszuprobieren. Dann könne man sehen, wie es läuft und wer sich beteiligt – eine Idee, die Zustimmung fand.
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