Neuburg-Schrobenhausen Astrid Welter-Herzberger hat eine Vision: Die gestern auf der Kreisdelegiertenkonferenz wieder gewählte Gallionsfigur der Kreis-SPD sieht sich schon im Geiste als neue Bürgermeisterin von Brunnen – und ihren Kollegen Peter Mießl in Schrobenhausen gleich mit. Auch wenn sich beide im Juli erst der Wahl stellen müssen: Zusammen mit Horst Rössler aus Aresing könnten sie ihrer Meinung nach die drei SPD-Bürgermeister werden, die im Schrobenhausener Land federführend die Energiewende vorantreiben. „Ich fände das saustark“, jubilierte Welter-Herzberger, und die Genossen stimmten ihr zu.
Ziel: 100 Prozent regenerative Energie produzieren
Die Energiewende ist das Thema, das sich die SPD auf die Fahnen geschrieben hat. Erst kürzlich habe Anton Krammer im Kreistag gefordert, dass der Landkreis bis 2030 genauso viel Energie regenerativ erzeugen soll, wie private Haushalte, Gewerbe und Industrie insgesamt verbrauchen. Außerdem sollen die Netzleistungskapazitäten im Landkreis überprüft und weiteres Einsparpotenzial beim Energieverbrauch untersucht werden.
Zur Energiewende gehört im weitesten Sinne auch der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs. Auch in diesem Punkt zeigt sich die SPD aktiv, indem sie bereits diverse Verbesserungsvorschläge im Kreistag eingereicht hat, wie etwa barrierefreie Bushaltestellen oder gut lesbare Hinweiseschilder und Busfahrpläne.
Als Welter-Herzberger allerdings auf die Gelbe Tonne zu sprechen kommt, verfinstert sich ihre Miene. Wäre es nach der SPD gegangen, wäre am Donnerstag die Einführung der Gelben Tonne abgelehnt worden. „Jenseits der Neuburger Stadtgrenzen habe ich nirgendwo deutliche Bemühungen und Befürworter für die Gelbe Tonne erleben können“, sagte sie und sah sich darin bestätigt, dass die Mehrheit der Bürger ihre Meinung teilt. Welter-Herzberger sparte nicht mit Kritik gegenüber denen, die sich für die Gelbe Tonne stark gemacht hatten:
l die Müllini („Die Müllini hat mit verdrehten Argumenten laut herum gepoltert!“)
l Klaus Brems, Freie Wähler („Seine Behauptung, dass die SPD die Gelbe Tonne aus parteitaktischen Gründen verhindern wollte, ist dreist!“)
l Hans Scholz, Freie Wähler („Er hat den Vogel abgeschossen, als er Peter Mosch Demagogie vorwarf, nur weil wir die Mitarbeiter auf den Wertstoffhöfen nicht der blanken Bequemlichkeit opfern wollen!“)
l Alois Rauscher, CSU („Er macht keinen Hehl daraus, dass er das geneigte Wahlvolk gerne als Versuchskaninchen nutzt!“)
Doch nachdem die Gelbe Tonne beschlossene Sache ist und die SPD nach den Worten von Anton Krammer diese Entscheidung auch akzeptieren wird, wollen die Sozialdemokraten jetzt ihre Energie in den Erhalt von möglichst vielen Wertstoffhöfen sowie den Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze stecken. Darüber hinaus soll die Frage beantwortet werden, wie viel Geld die Landkreisbetriebe durch die sogenannten „intelligenten Fehlwürfe“ schätzungsweise einbüßen müssen.
Die Neuwahlen gingen dagegen reibungslos über die Bühne. Robert Huber und Ingrid Schafferhans haben sich aus der ersten Reihe als stellvertretende Kreisvorsitzende verabschiedet. Ihre Ämter übernehmen jetzt Werner Widuckel und Horst Winter.