Neuburg-Schrobenhausen Wenn Paula Print an das Donaumoos denkt, fallen ihr schwarze Erde, kilometerlange gerade Straßen und zahlreiche über Kanäle führende Brücken ein. „Doch was ist an diesem Landstrich unseres Landkreises so besonders?“, fragte sich die Zeitungsente. „Mit einer Fläche von rund 18000 Hektar ist das Donaumoos das größte zusammenhängende Niedermoor in Süddeutschland. Es ist vor mehr als 10000 Jahren nach der letzten Eiszeit entstanden“, erzählte Dr. Pankraz Wech-selberger, Leiter der Umweltbildung im Haus im Moos.
Aufgrund der Schotterablagerungen der Donau konnten die Bäche des Donaumooses nicht mehr ungehindert in die Donau abfließen. Somit staute sich das Wasser und bildete auf der Fläche zwischen Zuchering und Pöttmes einen großen flachen See. Anfangs war es nur eine Sumpflandschaft mit Pflanzen. Durch das Absinken abgestorbener Pflanzen auf den Boden des Sees und den für die Zersetzung fehlenden notwendigen Sauerstoff, bildete sich über die Jahre eine dicke Torfschicht.
An manchen Stellen misst der Torfboden noch heute bis zu sechs Metern Tiefe. „Was unterscheidet denn den Torfboden eigentlich von allen anderen Böden?“, wollte die kleine Ente von Pankraz Wechselberger wissen. „Während Lehm- oder Sandböden aus Gestein entstanden sind, besteht der Torfboden aus abgestorbenen Pflanzen. Außerdem ist seine Farbe tiefschwarz“, antwortete der Experte. Vor 200 Jahren haben die Mösler, wie die Menschen der Gegend genannt werden, 470 Kilometer Kanäle und Gräben gegraben, um die Gegend zu kultivieren. Das heißt, sie haben das Donaumoos entwässert und trocken gelegt. Auf den trockenen Flächen konnten sich die Bauern nun ihren Lebensunterhalt mit der Landwirtschaft verdienen. Noch heute wird der größte Teil des Donaumooses landwirtschaftlich genutzt. Der Karlshulder Roggen und die Donaumoos-Kartoffeln sind bekannt für diesen besonderen Landstrich. Auch Paula Print kennt die Produkte und kann deren guten Geschmack bestätigen.
„Doch das war nicht immer so“, sagte Wechselberger. Denn dem schwarzen Moorboden fehlen Mineralstoffe und Spurenelemente. Durch einen gezielten Einsatz von Dünger könne dieser Mangel in den Böden und Pflanzen ausgeglichen werden. Eine Besonderheit des Moorbodens ist, dass durch die Entwässerung Sauerstoff in den Boden eindringt. Das führt dazu, dass sich der Torf zersetzt und der Boden jährlich bis zu zwei Zentimeter an Höhe verlieren kann. „Das scheint nicht viel zu sein, aber in den letzten 200 Jahren sind so rund zwei Meter Moorboden verschwunden“, erzählte der Leiter der Umweltbildung. „Kann man diesen Schwund aufhalten?“, wollte Paula wissen. Sie erfährt, dass versucht wird, durch eine schonende Landwirtschaft ein weiteres Absinken zu verhindern.