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Neuburg

29.11.2012

Peta fordert: kein Katzen-Kacke-Kaffee mehr

Kopi Luwak heißt der umstrittene Gourmet-Kaffee. Die Rohkaffeebohnen werden von einer Schleichkatzenart gegessen und unverdaut ausgeschieden. Archivfoto: nr

Peta meldet sich wieder. Dieses Mal soll Andreas Lettenmayer den teuersten Kaffee der Welt, den Kopi Luwak, aus dem Sortiment in seinem Neuburger Cafe nehmen.

Er gilt als dekadentester Kaffee der Welt, und das, obwohl seine Herstellung alles andere als vornehm ist. Der Kopi Luwak wird aus indonesischen oder vietnamesischen Rohkaffeebohnen gewonnen, die von Fleckenmusangs – einer Scheichkatzenart – gegessen und unverdaut ausgeschieden werden. Die Katzenkotbohnen werden aufgesammelt, gewaschen, gemahlen und schließlich für viel Geld an selbsternannte Kaffeegourmets verkauft.

Weil die Kaffeebauern in Indonesien oder Vietnam allerdings nicht den Schleichkatzen hinterherschleichen, um deren Hinterlassenschaften aufzusammeln, sondern die Tiere einfangen und in Käfigen halten, hat die Tierrechtsorganisation Peta jetzt alle Kaffeehändler und Cafés aufgefordert, die „tierquälerische Kaffeesorte“ aus dem Sortiment zu nehmen. Darunter auch das Café Barista von Andreas Lettenmayer. In dem Schreiben kritisiert Peta, dass „der sogenannte Delikatess-Kaffee nichts weiter als ein dekadentes Tierqualprodukt“ sei. Für die nachtaktiven, einzelgängerischen und kletterbegeisterten Fleckenmusangs sei die Gefangenschaft eine Qual.

Andreas Lettenmayer, der das Schreiben bereits vor vier Wochen erhalten hat, weist die Argumente von Peta nicht von der Hand. Allerdings hält er dagegen, dass die Schleichkatze für die Kaffeebauern von jeher ein Schädling gewesen sei, der sich auf den Plantagen an den Kaffeekirschen stattgefressen hätte. Die Bauern hätten das Problem auf ihre Weise gelöst: „Die Tiere wurden schlichtweg erschlagen.“ Was trotzdem in den Bauch der Katze gelangte, wurde von Hand aufgesammelt, um auf diese Weise das eine oder andere Kilo zu retten, erklärt Lettenmayer. Denn die Fleckenmusangs können nur das Fruchtfleisch der Kaffeekirsche verwerten, die unverdauten Bohnen werden wieder ausgeschieden. Angeblich ändern sich durch die Nassfermentation im Verdauungstrakt die Geschmackseigenschaften der Bohnen. Das will zumindest ein Kaffeegourmet erschmeckt haben, der daraufhin den Kopi Luwak in den Delikatess-Himmel erhoben hat – und mit ihm den Preis des Getränks. Rund 350 Euro kostet das Kilo nach Angaben von Lettenmayer. 60 Kilo verkaufe er davon im Jahr und will es trotz Boykott-Aufruf auch weiterhin tun. „Ich glaube, dass wir mit der Massentierhaltung ganz andere Sorgen haben.“

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