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Politik: Piraten entern Neuburg

Politik

Piraten entern Neuburg

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    Das Logo der Piratenpartei
    Das Logo der Piratenpartei Foto: Bildarchiv

    Das Schiff der Piraten nimmt Fahrt auf und hält Kurs auf Neuburg. Im ganzen Land gründen sich derzeit in Windeseile Orts- und Kreisverbände und bei sämtlichen Wahlen ziehen die Piraten in den Landtag ein. Jetzt soll auch der Landkreis Neuburg-Schrobenhausen erobert werden. Zwei engagierte Parteimitglieder haben es sich zum Ziel gesetzt, die Ottheinrichstadt und das Umland zu entern.

    Am kommenden Samstag werden Fabio Köcher und Gerhard Biber das erste Mal in die Öffentlichkeit gehen. Mit einem Infostand auf dem Neuburger Schrannenplatz wollen sie für ihre Partei werben. Hilfe bekommen sie aus Ingolstadt. Dort sind die Piraten schon etwas erprobter, in Sachen Eigenwerbung.

    28 Mitglieder sind dort gemeldet, die eigentlich aus dem Landkreis Neuburg-Schrobenhausen stammen. Eine gutes Basis, wie Köcher und Biber finden, um einen eigenen Kreisverband aufzubauen. Außerdem steigt deutschlandweit rasant die Zahl der Mitglieder. Über 6500 sind es inzwischen in Bayern – weit mehr als bei der FDP.

    Eine Homepage für Neuburg gibt es noch nicht und auch sonst entsprechen die beiden Piraten nicht dem Klischee der typischen Parteimitglieder. „Wir sind keine Fachinformatiker, die den ganzen Tag vor dem Laptop sitzen und posten und twittern“, sagt Fabio Köcher. Im Gegenteil. Der 18-jährige Neuburger studiert Internationales Handelsmanagement an der FH in Ingolstadt und der 50-jährige Rennertshofener Gerhard Biber ist Elektromeister.

    Er sagt: „Es ist schade, dass wir oftmals nur auf das Internet reduziert werden, denn es gibt noch viele andere Dinge, für die die Piraten stehen.“ Allen voran ist es Transparenz und Bürgerbeteiligung. Die beiden ärgert es, dass oftmals Entscheidungen nicht nach dem Willen der Bürger oder im Sinne der vernünftigsten Lösung entschieden werden, sondern nach parteipolitischen Aspekten. „Da brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn sich die Menschen für Politik nicht mehr interessieren“, sagt Biber. Für sie sei es einfach schwer, sich zu integrieren.

    Deswegen wäre die erste Amtshandlung der Piraten, wenn sie ins Neuburger Rathaus einziehen würden, die Installation einer Webcam im Sitzungssaal. „Die Bürger sollen im Internet die Möglichkeit haben, live dabei zu sein und zu sehen, welcher Politiker wie abstimmt“, sagt Köcher. Natürlich gebe es auch jetzt Transparenz, die Stadtratsitzungen sind öffentlich und bei Sitzungsprotokollen kann jeder um Einsicht bitten. Aber das sei nicht mehr zeitgemäß, sagen die Piraten: „Heute muss alles überall auf der Welt sofort und in vollem Umfang verfügbar sein.“

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