Neuburg Der Weg zu Armut und Obdachlosigkeit ist ein rasanter und treffen kann es jeden Menschen. Zurück in die Gesellschaft zu finden schaffen nur wenige, aus eigener Kraft ist das besonders schwer. Solchen Menschen hat sich der „SKM – Katholischer Verein für soziale Dienste“ in Neuburg verschrieben. Die 32 Mitglieder umfassende Gruppe hat sich auf Wohnungslosen- und Straffälligenhilfe spezialisiert – und das mit Erfolg: In den vergangenen drei Jahren hat der Verein nicht nur 46 Obdachlosen geholfen, aus der Notunterkunft in der Donauwörther Straße zurück in ein normales Leben zu treten. Durch präventive Maßnahmen ist es dem SKM auch gelungen, in 120 Fällen zu verhindern, dass Menschen ihr Dach über dem Kopf verlieren.
Erster Schritt: Probleme beseitigen
Hauptsächlich sind es zwei Frauen, die an vorderster Front für die Obdachlosen kämpfen. Sozialpädagogin und SKM-Geschäftsführerin Violetta Witek und Sozialarbeiterin Silvia Brinker sind die beiden Hauptamtlichen des Vereins.
Sie sind die erste Anlaufstelle für Obdachlose, die zurück ins Leben finden wollen. Die beiden Frauen suchen aber auch den direkten Kontakt zu den Bewohnern der Notunterkunft und sind stolz auf das, was sie zwischen 2009 und 2011 erreicht haben. „Es ist eine schwere Aufgabe, jemanden aus diesem Loch herauszuholen“, sagt Violetta Witek. Besonders, wer schon viele Jahre in der Notunterkunft verbracht hat, sei nur schwer wieder aus diesem Trott herauszubekommen. Noch dazu seien meist schwere Schicksalsschläge der Grund für die Obdachlosigkeit. Die Probleme beseitigen sei deshalb meist der erste Schritt. „Wir haben es mit Suchtkranken zu tun oder Leuten, die Probleme in ihrer Familie haben“, erklärt Violetta Witek.
Der SKM vermittelt zwischen seinen Klienten und anderen Behörden und Organisationen, wie der Arbeitsagentur, die bei der Jobsuche weiterhelfen. Auch bei Behördengängen oder Arztbesuchen helfen die Vereinsmitglieder weiter. Witek: „Viele Obdachlose entwickeln eine gewisse Scheu vor derlei Dingen. Sie brauchen dann jemanden, der sie förmlich anschiebt das zu tun, was für andere Menschen normal ist.“
Obdachlose, die den Sprung schaffen wollen, vermittelt der SKM in Übergangswohnungen, wo sie ein halbes Jahr bleiben können. In diesem Zeitraum können sich die Klienten auf Wohnungs- und Arbeitssuche konzentrieren. Vier dieser Übergangswohnung hat der SKM gemietet.
Finanziert wird der Verein zu einem großen Teil von der Stadt Neuburg. Im vergangenen Jahr beliefen sich die Zuschüsse auf 35000 Euro, so hoch werden die Fördergelder für dieses Jahr auch wieder sein. „Wir sind sehr froh über diese Unterstützung“, sagt Geschäftsführerin Violetta Witek. Auch über Spenden und Mitgliedsbeiträge kommt Geld für die Arbeit mit Obdachlosen und Straffälligen zusammen.
Der Verein Detailierte Informationen über den SKM gibt es im Internet unter
www.skm-neuburg-sozialdienst.de