Ingolstadt Regensburg ist anders. Da ist die Donau in der ganzen Altstadt erlebbar. Das hat viele Reize und macht auch aus touristischer Sicht attraktiver.
Ingolstadt will bei diesem Thema aufholen. Der Stadtrat unternimmt auf verschiedenen Ebenen Versuche, die Bürger und Gäste näher an den Fluss heranzubringen. Der Stadtentwicklungsausschuss diskutierte dazu gestern einige Ansätze. Von einem ausgereiften Konzept ist man aber noch weit weg. Das Projekt steckt in der Startphase.
Umweltreferent Wolfgang Scheuer legte eine von mehrere Ideen vor: Ein Café, das wie eine schwebende Insel am Nordufer auf Höhe des Stadttheaters über das Wasser hinausragen soll. Angespornt wird diese Vision unter anderem von den vielen positiven Erfahrungen bei den Theatertagen vor zwei Jahren. Damals lag ein Floß vertäut am Ufer, bestückt mit einer anspruchsvollen gastronomischen Einheit. 1000 Menschen und mehr wollten den Abend darauf verbringen – das Angebot konnte die Nachfrage bei weitem nicht decken.
An oder über der Donau eine Tasse Kaffee trinken oder gut zu Abend essen – das könnte die nun ins Auge gefasste Café-Lösung ermöglichen. Aber es sind noch viele Fragen offen: Wie sieht das Wasserwirtschaftsamt ein solches Projekt; soll das Café auch im Winter bewirtschaftet werden; sind unter der Plattform weitere Erlebnisbereiche möglich? Da besteht noch viel Klärungsbedarf.
Weitere Vorschläge zum Thema „Donau“ liefert die SPD-Fraktion. Sie regt ebenfalls einen Gastronomiebetrieb am Fluss an. Darüber hinaus sollen nach Ansicht der Sozialdemokraten neue Treppenanlagen entstehen, um den Zugang zum Wasser leichter zu machen. Beispielsweise am Brückenkopf. Exakt solche Pläne gab es bereits zur Landesgartenschau in den 1990-er Jahren. Die wurden damals aber aus Kostengründen wieder in die Schublade gesteckt. Die Chance hatte man also schon einmal.
Eine lange Diskussion gab es zur Ausstattung der geplanten neuen Sitzbänke in der Fußgängerzone. Die Verwaltung favorisiert weiter Tropenholz, doch Grüne und SPD protestieren. Zumal Ingolstadt im Internet bereits als Kommune dargestellt wurde, die eine Vernichtung von Tropenwäldern aktiv unterstützen würde. Da ist das Image schnell beschädigt, warnt Manfred Schumann von der SPD. Was Aussehen und Unterhaltskosten betrifft, gibt es bei den heimischen Holzarten aber keine Alternative, sagen die Fachleute. Jetzt sollen die Fraktionen intern beraten und der gesamte Stadtrat entscheiden. Es geht übrigens um eine Holzmenge von knapp 15 Kubikmetern.