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Eichstätt

15.05.2018

Vatikan untersucht den Finanzskandal nicht

Der Vatikan wird den Eichstätter Finanzskandal erst einmal nicht selbst untersuchen.
Bild: Armin Weigel, dpa (Archivfoto)

Katholiken aus dem Bistum Eichstätt hatten Bischof Gregor Maria Hanke in Rom angezeigt. Die Kleruskongregation will abwarten, was die Staatsanwaltschaft sagt.

Der Vatikan wird den Finanzskandal im Bistum Eichstätt zunächst nicht selbst untersuchen. Ende März hatten Katholiken Bischof Gregor Maria Hanke bei der Kleruskongregation angezeigt und gefordert, ein Verfahren gegen Hanke „wegen besonders schwerwiegender Verletzung der Sorgfaltspflicht im Umgang mit dem Anlagevermögen des Bistums Eichstätt einzuleiten“. Sie wollen eine „eigene unabhängige Untersuchung“ durch die Kurienbehörde.

Rom will dann die gerichtliche Entscheidung "eingehend studieren"

Diese wird es erst einmal nicht geben. In dem unserer Zeitung vorliegenden Antwortschreiben des zuständigen Sekretärs der Kleruskongregation, Erzbischof Joel Mercier, heißt es, dass die Kongregation den Antrag bearbeite, das Dikasterium allerdings davon absehe, „eine unabhängige Untersuchung durch dazu beauftragte Personen durchzuführen“. Der Fall werde vor Gericht in München geprüft, heißt es weiter. Die Ergebnisse der prozessualen Nachforschung und der gerichtlichen Entscheidung würden „eingehend studiert“.

Den Beschwerdeführern reicht das nicht. Walter Hürter, einer der Unterzeichner der Anzeige, schreibt an Mercier: „Diese Antwort ist für uns und die kirchliche Öffentlichkeit in keiner Weise zufriedenstellend.“ Eine unabhängige Untersuchung bleibe „dringend geboten“. Bischof Hanke und der frühere Finanzdirektor des Bistums hätten „Hauptverantwortung“ für den Finanzskandal, unabhängig davon, wie hoch der durch die fragwürdigen Immobilienkredite mutmaßlich entstandene finanzielle Schaden für die Diözese tatsächlich sei.

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Im Bistum Eichstätt war man über die Reaktion der Kleruskongregation auf die Anzeige hin nicht überrascht. Auf Anfrage hieß es, es sei davon auszugehen gewesen, dass Rom die Ergebnisse der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen abwarte.

Hanke hatte die Anzeige in Rom, als diese bekannt wurde, begrüßt. In dem gegen ihn gerichteten Beschwerdeschreiben würden „Behauptungen über meine Person endlich greifbar, die bislang als Gerüchte anonym in Umlauf gebracht wurden“. Nun sei es ihm möglich, hatte er erklärt, an „geeigneter Stelle diese Behauptungen klarzustellen“.

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