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Neuburg-Schrobenhausen

07.06.2019

Vorwürfe gegen Heilpraktikerin werden konkret

Die Staatsanwaltschaft Schrobenhausen ermittelt gegen eine Heilpraktikerin aus Schrobenhausen, die Patienten von einer Chemotherapie abriet und stattdessen homöopathische Mittel verkaufte.  
Bild: dpa/Frank Rumpenhorst (Symbolbild)

Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt ermittelt wegen Verdachts auf Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz. Das Landratsamt prüft derweil die Zulassung der Frau.

Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt und das Landratsamt in Neuburg beschäftigen sich weiter aktiv mit dem Fall der Heilpraktikerin aus Schrobenhausen, die krebskranken Patienten geraten haben soll, ihre Chemotherapie abzubrechen. Stattdessen riet sie den Betroffenen, ein Mittel einzunehmen, das sie ihnen für viele Tausend Euro verkaufte.

Das RTL-Magazin Stern TV hatte den Fall vor drei Wochen in dem Beitrag „Das Geschäft mit dem Krebs“ publik gemacht und in der aktuellen Sendung diese Woche noch einmal nachgelegt. Dabei war die Heilpraktikerin vor laufender Kamera mit den Vorwürfen konfrontiert worden. Zudem spürte Stern TV den Ingolstädter Hersteller des Mittels namens BG-Mun auf Zypern auf und hielt ihm vor, schwerkranke Menschen abzuzocken.

Neben der Heilpraktikerin stehen noch zwei weitere Personen im Fokus

Die Staatsanwaltschaft ermittelt inzwischen in dem Fall wegen des Verdachts von Verstößen gegen das Arzneimittelgesetz, wie eine Sprecherin gegenüber der Neuburger Rundschau bestätigte. Und zwar nicht nur gegen die Heilpraktikerin, sondern noch gegen zwei weitere Personen. Die Ende Mai bei mehreren Hausdurchsuchungen sichergestellten Unterlagen würden derzeit ausgewertet.

Gutachterausschuss prüft Zuverlässigkeit der Heilpraktikerin

Neben der strafrechtlichen Wertung geht es für die Heilpraktikerin auch um die berufliche Zulassung. Das Landratsamt in Neuburg, das die Heilpraktikererlaubnis ausgestellt hat, hatte die Frau zum Gespräch einbestellt. Der Fall wird derzeit bearbeitet und wurde dazu an den Gutachterausschuss am Bayerischen Gesundheitsministerium verwiesen. Dieses Gremium prüft, ob ein Fall „fehlender sittlicher Zuverlässigkeit“ vorliege oder ob eine „Gefahr für die Gesundheit der Patienten“ bestehe. Erst nach einem Beschluss des Ausschusses kann das Landratsamt die Erlaubnis entziehen. Nach Informationen von Landratsamtssprecherin Sabine Gooss setzt sich der Gutachterausschuss aus einem Richter, zwei Ärzten, zwei Heilpraktikern und einem Schriftführer zusammen. Er kommt in der Regel zweimal im Jahr zusammen und hat zuletzt im April getagt. Ein weiterer Termin, so Sabine Gooss, sei noch nicht angesetzt. (nel)

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