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31.10.2009

Zwischen Riesen und Schweinchen

Illdorf Claudia Stöckl umgibt sich gern mit höchst ungewöhnlicher Gesellschaft: Riesen mit roten Haaren, sprechenden Schweinen, Flugzeug fliegenden Pinguinen, einsamen Löwen oder bebrillten Füchsen. Bei Gestalten wie diesen ist die Illdorferin in ihrem Element, dort ist ihre Welt - die selbst kreierte Welt der Kinderbuchillustratorin.

Seit die 36-Jährige 1998 ihr erstes selbst verfasstes und -bebildertes Bilderbuch ("Jana und der Riese mit den roten Haaren") auf den Markt gebracht hat, widmet sie sich zunehmend diesem Beruf. Allerdings nicht eingleisig. Vielmehr verbindet die energiegeladene junge Frau gleich drei Berufe miteinander: den der Erzieherin mit der Logopädin und der Diplom-Designerin. Sie hat in allen diesen Sparten Erfahrungen mit Kindern gesammelt, die ihre Zielgruppe sind.

Künstlerische Gene sind im Hause Stöckl unbestreitbar vorhanden. "Meine Eltern sind beide handwerklich begabt", verrät Claudia Stöckl, "mein Vater etwa hat eine kleine Werkstatt, in der er Möbel schreinert." Dennoch wurde Claudia im Kindesalter nicht zur Kreativität genötigt. "Ich bin zwar schon gelobt worden, wenn ich was Schönes gemalt habe", erinnert sie sich, "aber man hat mich deshalb noch lange nicht zu Kursen geschickt." Ein Bild ist symptomatisch für Claudia im Teenageralter: "Ich hatte immer meinen Bastelkoffer dabei und hab den auch im Urlaub ausgepackt und vor mich hin gewerkelt." Schlüsselmoment war schließlich, als "Tante Hedwig aus München" ihr einen Aquarellkasten geschenkt hat. Damit war der Grundstein gelegt, vorläufig allerdings nur für ein Hobby, denn Claudia Stöckl schlug beruflich die Wege der Erzieherin, später Logopädin ein. Sie weiß deshalb auch, was bei Mädchen und Buben ankommt.

Ihre Geschichten sind straff und vermitteln positive Botschaften, beispielsweise von Freundschaft. Die Illustrationen sind kraftvoll, plakativ und in warmen Farben gehalten. Ihre Helden haben eigene Charaktere, die die Künstlerin durchdacht entwickelt und gekonnt in Minenspiel und Körpersprache einbringt. Alles in allem sind es herzerfrischende, liebenswerte Gestalten, die man einfach gern haben muss.

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Erfolg hatte Claudia Stöckl unlängst auf der Frankfurter Buchmesse. Sie war nicht nur mit "Freunde sein" am Verlagsstand von "mine-edition" vertreten, sondern ist auch mit einer Mappe ihrer Arbeiten in fruchtbare Verhandlungen mit möglichen künftigen Partnern eingestiegen.

Um den Kontakt zur Basis, den Kindern, nicht zu verlieren, ist Claudia Stöckl einmal wöchentlich in einer logopädischen Praxis tätig. Ansonsten allerdings schlägt sie sich wacker als freiberufliche Illustratorin durch die Bücherlandschaft, klopft immer wieder bei Verlagen an und knüpft Kontakte. Wichtig ist ihr dabei vor allem eines: "Jeder Auftrag muss so gestaltet sein, dass ich mir und meiner Linie treu bleiben kann. Denn verbiegen will ich mich auf keinen Fall."

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