Bei manchen Veranstaltungen braucht man einfach Glück mit dem Wetter. Das weiß auch Heinz Rindlbacher, Chef der Neuburger Polizeiinspektion. Am Tag der offenen Polizeitür steht er vor der Wache in der Sonne und sieht zufrieden aus. „Der Wettergott hat heute mitgespielt“, sagt er. Es ist das erste Mal, dass die Neuburger Polizei einen solchen Tag für die Öffentlichkeit veranstaltet, um einen Einblick in ihre tägliche Arbeit zu geben.
Etwa 4.000 Menschen besuchen die Neuburger Polizei beim Tag der offenen Tür
„Wir haben je nach Wetterlage überlegt, wie viele Menschen wohl kommen werden“, erzählt Rindlbacher. Um die 4000 sollen es seinen Angaben zufolge nach einer ersten Hochrechnung gewesen sein. „Die Premiere war sehr erfolgreich“, ist sich der Polizeichef sicher. Um genügend Publikum anzulocken, hatte die Polizei schon im voraus Werbung gemacht und ein breites Programm aufgefahren: Hubschraubersimulator, Laserschießstand, Führungen durch das Polizeihaus bis in die Haftzelle, Drohnen- und Spürhundeshows.
„Das ist ein enormer Planungsaufwand, der da dahintersteckt“, erklärt Rindlbacher. „Teilweise haben wir noch zusätzlich Leute für die Führungen eingeteilt.“ Der normale Polizeibetrieb sei aber im Hintergrund weitergelaufen. Ausnahmsweise würden Verhaftete am heutigen Tag in Haftzellen anderer Reviere untergebracht werden, so Rindlbacher. Eine der Neuburger Zellen musste kürzlich renoviert werden, nachdem dort der inhaftierte Kindergartenschläger randaliert hatte. In dem Prozess wurde die Arbeit der Neuburger Polizei von der Justiz kritisiert.
Großer Andrang bei der Neuburger Polizei
Die Haftzellen sind einer der Orte, an denen an diesem Tag pausenlos Andrang herrscht. „Die Schlange davor hat mich schon überrascht“, sagt Ella Lindner. Die 41-Jährige ist gemeinsam mit ihrer Tochter gekommen, „weil wir wissen wollten, wie es bei der Polizei zugeht.“ Ihrem Kind wollte sie gerne die Fahrzeuge der Polizei zeigen, erzählt sie.
Ein paar Meter weiter steht die Familie von Marleen Schwenking. Die 13-Jährige ist hier, weil sie vielleicht selbst Polizistin werden will. „Es interessiert mich sehr und ich wollte mir mal angucken, wie der Ablauf bei der Polizei ist.“ Polizeichef Rindlbacher weiß, dass die Veranstaltung auch eine Möglichkeit ist, Nachwuchs anzuwerben. „Deshalb gibt es auch einen Stand für Karriereberatung“, sagt er.
Der Tag der offenen Tür sei zuerst eine Nummer kleiner geplant gewesen, erzählt Rindlbacher. Zunächst habe man die Polizeiwache nur Angehörigen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zeigen wollen. Aus der Idee sei dann eine neue Überlegung entstanden: „Warum machen wir das eigentlich nur für die Familien und öffnen uns nicht der gesamten Bevölkerung?“, erinnert sich der Polizeichef.
Die Neuburger „Blauchlicht-Familie“ ist auch vor Ort
Auch das Veranstaltungsgelände und das -angebot wurden ausgeweitet. Neben dem Gelände der Polizeiwache wurde dafür ein Teil der Straße vor dem Gebäude gesperrt. Zwischen der Absperrung stehen dort neben Polizeiboot und -hubschrauber auch Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr, des Technischen Hilfswerks (THW) und der Rettungskräfte. „Wir haben unserer Blaulicht-Familie angeboten, sich hier auch zu zeigen“, erklärt Rindlbacher.
Bei den Besucherinnen und Besuchern kommt das bunte Blaulichtangebot gut an. „Ich finde es gut, dass alle mitmachen“, sagt Brigitte Hekele. Auch die 51-Jährige ist überrascht davon, wie viele Besucherinnen und Besucher rund um das Polizeigebäude unterwegs sind. An einer der aufgebauten Stationen zeigen später am Nachmittag Einsatzkräfte der Feuerwehr und des THW, wie sie ein Auto von einem großen Betonstück befreien. Bei der Vorführung sorgt die Sonne für beinahe bühnenreife Lichtverhältnisse.
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