Welche Fragen hören Sie am häufigsten, wenn angehende Abiturienten zu Ihnen in die Berufsberatung kommen?
FLORIAN KOHNLE: Da gibt es keine Standardfragen, das ist sehr individuell. Manche haben noch keine Ideen von ihrer beruflichen Zukunft, aber das sind meinem Eindruck nach weniger geworden. Immer mehr haben bereits konkrete Vorstellungen, zumindest davon, in welchem Bereich sie arbeiten möchten. Vielleicht hängt das auch damit zusammen, dass die Schülerinnen und Schüler seit der Einführung des neunjährigen Gymnasiums älter sind.
Der Wirtschaft geht es schlecht, Künstliche Intelligenz (KI) könnte immer mehr Jobs übernehmen: Sind die vielen Unwägbarkeiten ein Thema in Ihrer Beratung?
KOHNLE: Meine Kollegen und ich spüren eine Verunsicherung bei den jungen Menschen. Das Wort Arbeitslosigkeit nimmt zwar keiner der Schüler in den Mund - vermutlich, weil es noch zu weit weg ist - aber es schwingt immer mit. Viele sprechen stattdessen von Sicherheit, auch von finanzieller Sicherheit, die sie sich erwarten. An erster Stelle steht zwar immer noch die Frage ‚Was erfüllt mich? Was macht mir Spaß?‘ - und das ist auch am wichtigsten -, aber das Sicherheitsdenken hat zugenommen.
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